Hannes hilft gerne: Der 17-jährige Hannes Kirsten hat dank des Freiwilligen Sozialen Jahres seinen Berufswunsch gefunden

Hannes Kirsten (17) absolviert sein Freiwilliges Soziales Jahr in einer DRK-Kita.
 
"Viele nutzen die Zeit, sich zu orientieren und sich an den Beruf heranzutasten", weiß die pädagogische DRK-Mitarbeiterin Christin Linhardt.
Erfurt: Villa Steigerzwerge |

Es waren die ersten Schritte in seinem Leben - direkt auf Hannes zu. "Ich war mit dabei, als ein Kind laufen gelernt hat. Es kam einfach auf mich zugewackelt." In diesem magischen Moment wusste Hannes Kirsten, dass er mit seiner Entscheidung für das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) alles richtig gemacht hatte.

Noch bis Ende August läuft Hannes Zeit als FSJ‘ler in der Villa Steigerzwerge, der Erfurter Kindertagesstätte vom Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Der 17-Jährige aus Apfelstädt ist ein zurückhaltender Typ, den wenig aus der Ruhe zu bringen scheint. Er spricht leise, überdenkt seine Worte, eher er sie ausspricht. "Wahrscheinlich ist es genau diese gelassene Art, die Kinder an ihm mögen", deutet Christin Linhardt. Die pädagogische Mitarbeiterin betreut Hannes wie rund 120 weitere Freiwillige, die für das DRK in ganz Thüringen aktiv sind.

Zeit, sich zu orientieren


Linhardt kennt die Gründe, weshalb in Deutschland mehr als 40 000 junge Menschen ein FSJ absolvieren. "Viele nutzen die Zeit, sich zu orientieren und sich an den Beruf heranzutasten." Für das DRK ist das FSJ keine schlechte Möglichkeit, interessierten Nachwuchs zu finden. "Zum Beispiel in der Altenpflege erleben wir häufig, dass die Jugendlichen nach dem Jahr in der Einrichtung bleiben und dort ihre Ausbildung starten." Andere wiederum überbrücken sinnvoll die Zeit bis zum Studium, zumal man sich das FSJ als Vorpraktikum oder Wartesemester anrechnen lassen kann.

Hannes sah seine berufliche Zukunft nach dem Schulabschluss am Von-Bülow-Gymnasium in Neudietendorf noch nicht vor Augen. Schulfreunde berichteten begeistert von ihrer Ausbildung als Erzieher, vom Hereinschnuppern in den Beruf durch das FSJ. Schon nach den ersten drei Tagen in der Kita war er sich ganz sicher: "Das ist das, was ich machen möchte."

Etwa die Hälfte seines Acht- Stunden-Tages verbringt Hannes in der Küche, sorgt für Frühstück und Mittagessen für die rund 40 Kita-Kinder. In der anderen Zeit spielt er mit den Kleinen, hilft beim Anziehen, tröstet sie oder schlichtet Streit. Dafür bekommt er 300 Euro Taschengeld im Monat. Aber das Geld ist ihm nicht wichtig. "Es macht einfach Spaß, die Kinder bei ihrer Entwicklung zu beobachten. Ich war positiv davon überrascht, wie viel mir die Kinder zurückgeben, wie schön das Feedback ist, das ich von ihnen bekomme."

Hannes hat dank des FSJs seinen Berufswunsch gefunden, er bewirbt sich auf die Ausbildung zum Sozialassistenten. Doch den passenden Job zu finden, war nicht der einzige Grund für sein soziales Engagement. "Ich wollte auch der Gemeinschaft etwas zurückgeben. Denn die Kindergartenzeit war für mich als Kind eine richtig schöne Zeit. Wenn ich jetzt den Alltag im Kindergarten mitgestalten kann, ist das eine tolle Sache."

HINTERGRUND


• Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) existiert schon seit 1954 und hat seine Wurzeln im Engagement der Kirche.
• Es richtet sich an junge Menschen zwischen 16 und 27 Jahren, die freiwillig ihren Dienst an der Gesellschaft leisten möchten. In Thüringen sind die verschiedenen Einsatzbereiche im Sozialen, im Sport, in der Denkmalpflege, in der Kultur, Politik oder im Naturschutz als Thüringen-Jahr zusammengefasst.
• Während des FSJs erhalten die Freiwilligen Taschengeld, manchmal auch Unterkunft oder Verpflegung. Neben der praktischen Arbeit werden sie in Seminaren geschult.
• Infos: www.thueringen. de/th2/thueringenjahr
• Das Rote Kreuz Thüringen bietet ab September freie FSJ-Stellen im Freistaat an. Die Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten reicht von Kindertagesstätte über Schule und Dialysezentrum, Förderzentren, Kinder- und Jugendwohngruppen bis hin zu Blutspendediensten, Pflegeheimen, Reha-Kliniken und Krankenhäusern. Kontakt: Telefon 03 61 / 3 44 01 93, freiwilligendienste@ lv-thueringen.drk.de
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Hannelore Grünler aus Artern | 07.03.2015 | 18:04  
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