Helfen gibt ihr Kraft

Mit Freude ehrenamtlich tätig: Rebekka Hahn hilft als behinderter Mensch vielen Hilfsbedürftigen und somit sich selbst.
Erfurt: Stadtmission | Rebekka Hahn engagiert sich seit vier Jahren ehrenamtlich im Café und Restaurant des Herzens der Stadtmission Erfurt




"Ich bin stolz, gebraucht zu werden", sagt Rebekka Hahn. Seit vier Jahren ist sie ehrenamtliche Helferin in der Stadtmission Erfurt. "Und das macht mir richtig Spaß."

Aufgrund ihrer spastischen Behinderung lebte die 36-Jährige nach ihrer Schulzeit sehr zurückgezogen. Sie hatte wenig Kontakte zur Außenwelt. "Wegen meiner Behinderung habe ich keine Ausbildung und saß zu Hause. Mir ist die Decke auf den Kopf gefallen", beschreibt Rebekka Hahn ihre damalige Situation.

Sie wollte ausbrechen aus ihrem "persönlichen Getto", wie sie es scherzhaft nennt. "Deshalb wollte ich mir eine sinnvolle Tätigkeit suchen." Doch in Seniorenheimen, Kindergärten und Krankenhäusern stieß sie überwiegend auf Ablehnung. Durch eine Bekannte bekam sie den Tipp, sich in der Stadtmission zu bewerben.

"Hier hatte ich Glück und konnte zur Probe arbeiten." Nach anfänglicher Angst mit Zweifeln, ob sie akzeptiert werden würde, löste sich ihre Anspannung schnell. "Ich war sehr glücklich über die Zusage." So hat Rebekka Hahn seit 2007 eine richtige Aufgabe.

Drei Mal in der Woche hilft sie für zirka drei Stunden im Café des Herzens, eine Anlaufstelle für Notleidende und Bedürftige. Und wenn zu Weihnachten auch noch das Restaurant des Herzens geöffnet hat, leistet sie noch mehr. "Je nachdem, wie ich gebraucht werde."

Die Erfurterin wäscht die Gebrauchswäsche, spült Geschirr und trocknet ab. "Ich mache das, was ich mit meiner Behinderung schaffe." Und ihre Eltern, die auch seit drei Jahren ehrenamtlich in der Stadtmission helfen, unterstützen sie dabei.

"Ich gehe mit einem christlichen Grundgedanken ins Restaurant des Herzens: helfen zu wollen." Dabei ist Rebekkas Hahns Fürsorge für andere auch Selbsthilfe. Sie kommt dank ihrer Arbeit aus ihrer Isolation heraus und ein bisschen mit der Welt in Berührung. "Ich habe Menschenkenntnis erhalten, bin sicherer im Auftreten geworden und viel selbstbewusster." Von den anderen freiwilligen Helfern wird sie akzeptiert. "Ich kann nicht klagen, alle sind freundlich zu mir."

"Der überwiegende Teil der bescheidenen Menschen, die hierher kommen und Hilfe brauchen, sind dankbar." Das wiederum gibt Rebekka Hahn Kraft. Dadurch gewinnt sie an Persönlichkeit. "Ich war vorher viel einsamer als jetzt. Endlich bin ich aus der Einsamkeit und meinem Schlendrian ausgebrochen."

Rebekka Hahn hat durch ihr Ehrenamt gelernt, ihr Leben selbst zu bestimmen und ihre Zeit anders einzuteilen. Sie hat ein Ziel vor Augen und nimmt ihre Pflichten sehr ernst. Sie fordert sich selbst und bleibt bescheiden. Ihren Geschenkwunsch zu Weihnachten verrät sie nicht. "Für mich bedeutet Heilig Abend: Christi Geburt. Die Menschen sollten zusammenrücken und die Welt sollte Frieden und Eintracht finden", sagt Rebekka Hahn. Sie hat ihren Platz gefunden.







RESTAURANT DES HERZENS: In der Evangelischen Stadtmission Erfurt in der Allerheiligenstraße 10 werden Notleidende verköstigt und kulturell unterhalten +++ Geöffnet ist der große Saal im Johannes-Lang-Haus bis 27. Januar von Montag bis Freitag zwischen 13 und 15 Uhr +++ Spenden sind willkommen
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5 Kommentare
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Petra Seidel aus Weimar | 27.12.2011 | 12:01  
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Renate Jung aus Erfurt | 27.12.2011 | 20:36  
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Petra Seidel aus Weimar | 28.12.2011 | 16:22  
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Renate Jung aus Erfurt | 28.12.2011 | 17:20  
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Petra Seidel aus Weimar | 28.12.2011 | 17:26  
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