Hier sitzen alle in einem Boot

Vom 25. bis 30. Juni 2011 waren 19 Studentinnen und Studenten der Universität Erfurt in Kooperation mit dem ELAN e.V. Erfurt zu einem Seminar „Erlebnispädagogik in Theorie und Praxis“ im Natur-Erlebnis-Zentrum Sormitztal in Leutenberg. Unter der Leitung von Stefan Linke vom ELAN e.V erhielten die Studentinnen und Studenten grundlegende Einblicke in erlebnispädagogische Theorien und Arbeitsweisen. Erfahrungen anderer Art – im Team und für sich selbst – wurden zunächst in der Theorie erörtert und dann in praktischen Übungen und in der Gruppenarbeit erprobt. Die In- und Outdooraktivitäten reichten von Wahrnehmungsübungen, Kooperationspielen, Interaktionsübungen, der Arbeit mit Karte und Kompass, Erster Hilfe bis zu einer Nachtaktion.

Höhepunkt der sechstägigen Veranstaltung war eine 20 km-Tour am 28. Juni von Leutenberg zum Hohenwartestausee. Die Tour gab genügend Möglichkeiten, die eigene Geschicklichkeit und die der ganzen Gruppe unter Beweis zu stellen. Die Studentinnen und Studenten sollten dabei die im Seminar gewonnenen Erkenntnisse in einem abschließenden Praxisprojekt ausprobieren. Die Aufgabe bestand darin, ein Boot zu bauen und damit die Gruppe und das gesamte Gepäck 250 m über den Hohenwartestausee zum gegenüberliegenden Ufer, dem sogenannten Drachenschwanz, zu transportieren. Die Bootsbauaktion war ein Teamtraining der besonderen Art. Ein gutes, schwimmfähiges Boot muss geplant, Ideen müssen ausgetauscht und diskutiert werden. Das kann nur gelingen, wenn die Gruppe im Team zusammenarbeitet. Das gilt auch, wenn dann aus dem zur Verfügung stehenden Materialien ein tragfähiges Boot entstehen soll. Schon hier sitzen also alle in einem Boot. Nach ca. fünf Stunden war das Projekt Bootsbau abgeschlossen, das Boot fertig gebaut und die Gruppe fast am Ziel. Nach zweimaligem Übersetzen und noch rechtzeitig vor einem drohenden Unwetter war die Aufgabe erfüllt.

Nicht allen ist alles leicht gefallen auf dieser Tour, aber alle haben durchgehalten. Jeder hat dabei seine individuellen Erfahrungen gesammelt. So z. B., was es heißt körperlich gefordert zu sein und an Grenzen zu kommen, wie man mit unvorhersehbaren Ereignissen zurechtkommt, dass man auf Schwächere Rücksicht nehmen muss, wie man mit einfachen Mitteln und in beengten Verhältnissen zurechtkommen, wie man mit Konflikten und Meinungsverschiedenheiten konstruktiv umgeht sowie Initiative ergreift und Verantwortung für sich, aber auch für die anderen übernimmt.

In der Feedbackrunde am letzten Tag waren sich alle Teilnehmer einig, dass ihre Erwartungen an das Seminar, einer Zusatzveranstaltung im Rahmen der Berufswahlorientierung, mehr als erfüllt worden sind. Einigen von ihnen wird die Wahl des richtigen Berufsweges jetzt bestimmt leichter fallen und für andere werden nach Biwak und Bootsbau neue Abenteuer in der Natur folgen.
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7 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 08.07.2011 | 20:29  
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Mariett Demirelli aus Erfurt | 08.07.2011 | 22:32  
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Renate Jung aus Erfurt | 08.07.2011 | 22:35  
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Hannelore Grünler aus Artern | 09.07.2011 | 01:37  
12.760
Renate Jung aus Erfurt | 09.07.2011 | 13:20  
196
Stefan Linke aus Erfurt | 12.07.2011 | 08:48  
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Hannelore Grünler aus Artern | 12.07.2011 | 21:47  
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