Jobprofil: Frau Sieg, wie ist das Leben als Kamerafrau?

Beate Sieg an der Studiokamera zur Aufzeichnung des Thüringen-Journals.
Erfurt: ... |

Ein Fernsehbeitrag entsteht genau dreimal: In der Redaktion, bei der Kameraführung und im Schnitt. Die Wahlerfurterin Beate Sieg hat sich für die Arbeit mit der Kamera entschieden: „Ich liebe es, mit Licht zu malen. Kreativ zu sein. Das in Szene zu setzen, was gerade wichtig ist.“ Tagsüber dreht sie für den MDR Filmbeiträge in ganz Thüringen. Abends schaut sie sich ihr Tagwerk kritisch im Thüringen-Journal an. Neben Nachrichtenbeiträgen, den Sendungen „Heute auf Tour“ und „Unterwegs in Thüringen“ dreht die gebürtige Jenaerin für den Kinderkanal. Oder sie ist im Studio einleuchtende Kamerafrau und setzt die Moderatoren ins rechte Licht.

Kamerafrau ist Beate Siegs Traumberuf. Mit allem Wenn und Aber: „Die Freizeit spielt die Nebenrolle im Leben. Bereitschafts- und Wochenenddienste gehören zum Alltag. Für die Sendung 'Heute auf Tour' sind wir tagelang unterwegs, auch im Ausland. Dafür muss man bereit sein.“

Wer den Beruf ausüben will, sollte sportlich sein: „Wir müssen das Equipment auf Berge und in unwegsames Gelände transportieren. Eine Kamera wiegt zwischen 10 und 12 Kilo.“ Dafür hält sich Beate Sieg mit Skifahren, Laufen und Mountainbiking fit.

Das Thema für den Drehtag erhält das Team am Abend zuvor. „Manchmal durchkreuzen unvorhersehbare Geschehnisse den Plan“, erzählt die Kamerafrau. „Dann werden mitunter Filmbeiträge gecancelt. Das passiert zum Glück nicht oft.“

Vor Beginn des Arbeitstages richtet sie ihr Handwerkszeug her. „Ich lese Daten aus, nehme technische Einstellungen vor und putze die Kamera. Der Kameraassistent packt inzwischen das Auto. Mit dem Redakteur ist das Team komplett und es kann losgehen.“

Jeder Filmbeitrag entsteht im Team. „Da muss man sich vertrauen können und alles absprechen.“ Jeder Tag bringt neue Herausforderungen. Kamerafrau Sieg trifft auf immer neue Drehorte, neue Menschen, neue Lichtverhältnisse. „Heute drehen wir am Operationstisch, morgen auf der Weide. Bei jedem Wetter.“ Trotzdem - oder gerade deshalb - ist Beate Sieg jeden Tag fasziniert: „Mein Beruf hält mich jung. Ich blicke hinter die Kulissen und sehe oft mehr als wir dem Zuschauer im Fernsehen zeigen können.“

Was eine gute Kamerafrau ausmacht? - „Das Besondere zu finden. Den Blick für Motive haben. Beobachten. Meine Philosophie: niemals den Spaß an der Arbeit verlieren.“ Als Kamerafrau hat Beate Sieg viele Momente, die im Kopf blieben. „Beeindruckende Drehs waren eine Geburt und eine Ballonfahrt. Aufregend war ein Kunstsegelflug, bei dem mir die Beine zitterten. Und den gefährlichsten Dreh hatte ich an einer Rennstrecke. Wenn ich durch die Kamera sehe, verliere ich die Angst vor Gefahren. Ein Kollege hat mich im letzten Moment aus der Gefahrenzone geholt.“


Wo?
Die Ausbildung ist nicht einheitlich geregelt. Meist beginnt man als Kamera-Assistent bei einem Fernsehsender. Weiterhin gibt es eine schulische Ausbildung an Film- und Fernsehakademien sowie Studiengang Diplom-Kameramann/-frau Bachelor, der von Hochschulen, wie der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK) angeboten wird.
www.berufe-lexikon.de

Was?
Schwerpunkt ist die Kameraführung, Lichtsetzung und bildliche Umsetzung bei Produktion von Filmen, Reportagen, Beiträgen und Nachrichten in und außerhalb eines Studios.


Wie lange?
Schulische Ausbildung: 4 Jahre Studium: 3 bis 4 Jahre


Voraussetzungen:

In Bildern denken, Blick für Motive haben, Kreativität, Angaben von Redaktionen umsetzen, rasche Auffassungsgabe, technische Begabung, Menschen anleiten, Teamfähigkeit, Flexibilität, Fitness, Belastbarkeit.


Vita Beate Sieg:
1998 Abitur 2001 Ausbildung zur Mediengestalterin Bild und Ton
Danach Ton- und Kameraassistentin
2008-11 Studium Fernsehproduktion- Fernsehkamera mit Bachelor-Abschluss seit 2012 Kamerafrau beim MDR Thüringen
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