Jobprofil: Wie ist das Leben als Ausbilderin, Frau Rosenkranz?

Konditorin Petra Rosenkranz mit süßem Naschwerk.
Erfurt: ... |

"Als mich meine Lehrer in der 5. Klasse nach meinem Berufswunsch fragten, stand fest: Ich werde Konditor. Bei uns auf dem Dorf wurde immer viel gebacken." Petra Rosenkranz blieb sich treu: Sie backt mit Leib und Seele und gibt ihre Erfahrungen gern weiter.

In den Achtzigerjahren lernte Rosenkranz Konditor, legte anschließend den Industriemeister der Teig- und Backwarenindustrie ab und arbeitete als Ausbilderin im Konsum. Nach der Wende war sie in einer privaten Bäckerei tätig. Seit 18 Jahren ist sie im Berufsbildungszentrum (BBZ) der Handwerkskammer (HWK) Erfurt für die betriebliche und überbetriebliche Ausbildung von Berufsschülern und Meistern - sowohl in Voll- als auch in Teilzeit - verantwortlich. 1997 bis 1999 machte sie in beiden Berufen ihren Handwerksmeister.
Bäcker, Konditor - worin besteht der Unterschied? "Des Bäckers Geschäft sind Brot und Brötchen, Konditoren arbeiten mit Zucker, Kuvertüre und Eis. Der berufliche Schwerpunkt liegt auf dem Garnieren von Torten", erklärt die Ausbilderin. "Konditoren müssen eine gute Vorstellungskraft haben, zum Beispiel bei Marzipanarbeiten." Die Königsdisziplin ist der Baumkuchen, wobei die Masse schichtweise auf eine Walze aufgetragen wird und die Rillen jeweils hineingekämmt werden. Das ist nicht nur in der Ausbildung Thema, sondern wird in Zusatzlehrgängen gestandenen Konditoren angeboten.
Petra Rosenkranz ist auch gefragt, wenn es um Tortenherstellung, Teegebäck oder bei den Bäckern um Spezialbrot oder Flechtgebäck geht.
Für Betriebe leitet Rosenkranz Weiterbildungslehrgänge für Fortgeschrittene - zum Beispiel die Arbeit mit Nougatfaden oder Ornamenten.
Sowohl Bäcker als auch Konditor sind keine Traumberufe, räumt Petra Rosenkranz ein. Zum Teil ist das schwere körperliche Arbeit nachts und an Feiertagen. "Das hält die jungen Leute ab, obwohl ihnen die Arbeit eigentlich Spaß macht. Denn kein Tag ist wie der andere."
Ihre Berufung als Ausbilderin sieht Petra Rosenkranz nicht nur im praktischen und theoretischen Teil. Sie hält ihre Schüler zusammen, schwört sie auf die Berufe ein. Dazu gehört für sie auch, dass sie ihnen schnell die weiße Kammerjacke bügelt, wenn Besuch erwartet wird.


Wo:
Die Ausbildung zum Bäcker und Konditor ist an Berufsschule und überbetrieblich bei der Handwerkskammer möglich. Wer weiter will, besucht Meisterlehrgänge.

Was:
Der Schwerpunkt bei den Bäckern liegt auf Brot und Brötchen, bei den Konditoren auf Torten und Zuckerwaren.

Wie lange:
Die Ausbildung zum Bäcker und Konditor dauert jeweils drei Jahre, der Meisterabschluss zwei Jahre. Es ist auch möglich, einen entsprechenden Berufsabschluss mit Abitur zu machen.


Vita Petra Rosenkranz:
1961 geboren
1977 Ausbildung zum Konditor.
Anschließend Ausbilder im Konsum
Seit 18 Jahren Ausbilderin im BBZ der HWK Erfurt
Rosenkranz lebt in Wormstedt im Landkreis Apolda

www.hwk-erfurt.de
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2 Kommentare
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Renate Jung aus Erfurt | 20.08.2014 | 17:57  
9.688
Hannelore Grünler aus Artern | 21.08.2014 | 20:25  
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