JobProfil: Wie ist das Leben als Croupier, Herr Hellbach?

Tobias Hellbach ist als Croupier beim Pokern im Casino Erfurt der Spielleiter. Foto: Gräser
 
Tobias Hellbach ist als Croupier beim Pokern im Casino Erfurt der Spielleiter. Foto: Gräser
Erfurt: Casino Erfurt |

Von Thomas Gräser


"Kann man im Casino tricksen? Das werde ich manchmal neugierig gefragt." Tobias Hellbach lacht. Immer noch ist der Beruf eines Croupiers von zahlreichen Klischees umgeben.

"Er gilt zwar als exotisch", doch mit Action wie in "Casino Royale" oder einer Las-Vegas-Gauner- Komödie oder gar getarnten Knöpfen hat die Tätigkeit als Spielleiter im Casino nichts zu tun. Mittlerweile ist Croupier eine alltägliche Arbeit wie jede andere im Servicebereich.

"Man ist ein bisschen Mädchen für alles", sagt Hellbach. Der Croupier ist Gastgeber, Unterhalter, Gesellschafter und setzt natürlich beim Mischen der Karten ein bisschen auf Show. "Die Leute kommen schließlich zu uns, um einen schönen Abend zu haben", sagt Hellbach.

"Begonnen habe ich mit der Automatenausbildung. Ein Jahr später kamen Black Jack und Poker hinzu. Heute bin ich als Floorman unterwegs und überwache die Spiele. Deshalb sitze ich nun weniger am Tisch."

Dabei hat Tobias Hellbach im Casino Erfurt alle Stationen durchlaufen - von der Rezeption über die Kassenabrechnung bis zu den Spieltischen. Und zu tun gibt es genug bei 92 Automaten - davon 16 Roulette-Stationen, zwei Pokertischen und einem Black-Jack-Tisch.

"Dabei lerne ich Menschen aus allen Schichten kennen - vom Studenten bis zum Geschäftsmann." Deshalb ist es wichtig, dass sich ein Croupier auf die verschiedenen Charaktere einstellen kann.

Die Gespräche mit den Gästen am Tisch sind sehr wichtig. Auch wenn manche ausspannen und nur spielen möchten, suchen eben andere soziale Kontakte. So muss ein Croupier auch zuhören können. "Da erfahre ich schon mal die Familiengeschichte. Doch Diskretion ist Ehrensache."

Das gilt auch für Erträge. Schließlich war der höchste Gewinn im Casino Erfurt 125 000 Euro aus dem Automaten. "Als Croupier sollte man Nachtmensch sein und auch nichts gegen Wochenendarbeit haben." Die Automaten werden zwar ab 13 Uhr bespielt, doch Poker und Black Jack gibt es erst zwischen 18 und 2 Uhr.

Das Klischee über Kleidung widerlegt Tobias Hellbach zum Schluss auch: "Krawatte und Anzug sind bei Gästen keine Pflicht. Gepflegte Freizeitkleidung ist angesagt." Na dann: "Ihren Einsatz bitte!"


Übrigens: Ins Erfurter Casino kann man auch einfach so, zum Schauen und Reinschnuppern.

VITA TOBIAS HELLBACH:
• gelernter Energieelektroniker
• Animateur in der Türkei
• seit 2006 im Casino Erfurt
• 2007 Poker- und Black-
Jack-Ausbildung
• 2008 Ausbildungsassistent
• seit 2009 Schichtleiter
und Ausbilder



AUSBILDUNG

Wo?
Da der Beruf des Croupiers (Spieltechniker, Dealer) kein staatlich anerkannter Lehrberuf ist, erfolgt die Ausbildung in einem Spielcasino vor Ort.

Was?
• angebotene Spiele • Automatentechnik • Rezeption • Kassenabrechnung • EDV-System

Wie lange?
Sechs Monate.

Voraussetzungen
• Loyalität • makelloses Führungszeugnis • Fremdsprachen von Vorteil • offenes Wesen • Freundlichkeit • unterhaltend • Nachtmensch • Schichtarbeit • Diskretion • Menschenkenntnis • Spaß am Service • gepflegtes Äußeres

Infos: www.westspiel.de
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