JobProfil: Wie ist das Leben als Feuerwehrmann, Herr Philipp?

Alexander Philipp (rechts) ist für den Rettungsdienst und die Weimarer Einsatzzentrale im Gefahrenschutzzentrum verantwortlich, in der auch Andreas Kintscher Dienst leistet. Foto: Th. Gräser
Weimar: Gefahrenschutzzentrum | Von Thomas Gräser

"Feuerwehrmann ist man irgendwie immer", sagt Alexander Philipp. Dabei bezieht er auch die Freizeit mit ein. Er ist mittlerweile Brandoberinspektor im gehobenen Dienst. Seine Laufbahn begann er bei der Betriebsfeuerwehr von Carl Zeiss in Jena. Nach der Wende orientierte er sich neu, engagierte sich bei der Freiwilligen Feuerwehr Kleineutersdorf und nahm eine Ausbildung zum Rettungsassistenten auf. Für ihn stand eine Tätigkeit bei der Berufsfeuerwehr fest.

Sein Ziel erreichte er 1997, als er bei der Berufsfeuerwehr Weimar angenommen wurde. Es schloss sich eine zweijährige Laufbahnausbildung im mittleren Dienst an. Seine ersten Einsatzgebiete waren die Brandbekämpfung, die Verminderung von Brandschäden sowie der Rettungsdienst. Später bewarb er sich auf eine Planstelle im vorbeugenden Brandschutz und inspizierte Unternehmensobjekte und öffentliche Einrichtungen.

Seit fünf Jahren ist Alexander Philipp Abteilungsleiter im Rettungsdienst. Er zeichnet verantwortlich dafür, dass der Rettungsdienst in der Klassikerstadt sichergestellt werden kann. Er koordiniert die vertraglich gebundenen Hilfsorganisationen und verhandelt mit den Kostenträgern. Im Jahr rücken die Retter rund 15 000 Mal aus, davon fährt der Rettungswagen der Berufsfeuerwehr zirka 2800 Einsätze. Außerdem wird die Weimarer Berufsfeuerwehr zu rund 1000 Hilfs- und Brandeinsätzen gerufen. Die Notrufe gehen im Gefahrenschutzzentrum ein und werden von der Einsatzzentrale koordiniert.

Der studierte Betriebswirtschaftler ist auch für diesen Bereich verantwortlich. "Hinter dem Beruf muss man stehen und sich bewusst sein: Wenn wir zum Einsatz kommen, sind immer Menschen, Tiere oder Sachwerte in Gefahr oder erheblich beeinträchtigt", sagt Alexander Philipp. Beim Auslösen des Alarms "müssen Retter schnell umschalten und sich sofort auf die Notsituation einstellen können". Für Betroffene ist ihr Notfall ein großes Ereignis. Aber zehn Einsätze pro Tag müssen auch Retter erst einmal verarbeiten. "Man braucht Kollegen und ein gutes privates Umfeld zum Aussprechen und Abschalten." Dabei ist ein erfolgreicher Einsatz die beste Motivation. "Unser Beruf ist spannend und abwechslungsreich. Wir riskieren aber auch unser Leben für andere."



Wo?
• Berufsfeuerwehren
• Freiwillige Feuerwehren

Was?
• 24 Wochen Grundlehrgang
• drei Monate Ausbildung zum Rettungssanitäter
• sechs Wochen Fachlehrgänge
• 13 Wochen Abschlusslehrgang, Laufbahnprüfung, Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule, Bad Köstritz
• Atemschutzausbildung
• Rettungsschwimmer
• spezielle Gefahrgut- und Maschinistenausbildung

Wie lange?
• zwei Jahre

Voraussetzungen:
• unter 32 Jahre
• abgeschlossene Berufsausbildung
• mindestens Haupt- oder Realschulabschluss oder gleichwertiger Abschluss
• tauglich nach amtsärztlichem Gutachten.


VITA ALEXANDER PHILIPP
• 1989 Betriebsfeuerwehr im VEB Carl Zeiss Jena
• Freiwillige Feuerwehr Kleineutersdorf
• seit 1997 bei der Berufsfeuerwehr Weimar
• seit 2005 Abteilungsleiter im Rettungsdienst
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