Katzen-Mama Helga König ist seit 20 Jahren im Einsatz

Katze Klara hat eine Sonderstellung bei Helga König, das ehemalige Findelkind ist inzwischen 16 Jahre alt und seit vielen Jahren Helga Königs eigene Katze. Natürlich gibt sie im Haus den Ton an.
 
Miss Piggy hat bei Helga König vorübergehend Unterschlupf und Pflege gefunden. Nun wünscht sie sich eine liebe Familie, bei der sie wohnen kann.
Die Erfurterin Helga König nimmt sich seit 20 Jahren herrenloser Katzen an und begrüßt die in Thüringen beschlossene Kastrationspflicht für freilaufende Katzen.


Da ist doch eine Katze. Die Taschenlampe wirft einen Blick voraus auf den Weg. Weg? Erst einmal muss sich Helga König durch den kleinen Graben kämpfen. Dabei tut das Knie wieder höllisch weh. Egal, das Kätzchen ist wichtiger, es braucht Hilfe. Gleich hat die resolute Katzenexpertin das Tier erreicht. Behutsam nähert sie sich, spricht beruhigend auf das miauende Fellbündel ein. Es sieht nicht gut aus, es braucht Futter, mindestens, außerdem dringend Pflege, jemanden, der sich kümmert. Das Tier kommt erst einmal mit.

Ein Anruf und sie ist da


Für Helga König ist das Alltag. Sie könnte Bücher füllen mit ihren katzigen Erlebnissen auf den Straßen. Auch, wenn sie heute nicht mehr ganz so oft wie früher und nachts nur noch ungern ausrückt, um vor Ort anzupacken. "Aber wenn ich gerufen werde, bin ich da!", formuliert die 75-Jährige für sie Selbstverständliches. Noch immer ist sie jede Woche unterwegs, das mir dem Kürzertreten scheint ihr nur theoretisch zu liegen. Sie hält es seit 20 Jahren so. So lange betreibt sie ihre Katzenpension. Genau so lange ist sie gemeinsam mit anderen ehrenamtlichen Tierschützern von Tierschutzverein und Tierhilfe Thüringen immer wieder auf Tour, um Futterstellen für die wild lebenden Katzen zu bestücken und sich um sie zu kümmern. Das heißt vor allem auch, dass sie dafür Sorge tragen, dass sich die Tiere nicht ungebremst vermehren können. "Es ist gut, dass Thüringen die Kastrationspflicht für frei laufende Katzen beschlossen hat, ich bin davon ein ganz großer Verfechter", sieht sich Helga König in ihrem Anliegen nun auch von Gesetzes wegen unterstützt.

Ein bisschen verrückt? Alles für die Katzen!


Bei jedem heimatlosen Straßenkätzchen blutet ihr das Herz. Es muss doch einmal jemandem gehört haben, sinniert die Katzen-Liebhaberin. Ihr bleibt nicht viel Zeit, darüber nachzudenken. Hilfe ist wichtiger, da ist sich sie mit den anderen Engagierten vom Tierschutz - von denen sie viel Unterstützung bekommt - einig. Sonst gibt es immer mehr Katzen, damit auch Krankheiten, Seuchen. Mit den betreuten Futterstellen ist es möglich, eine gewisse Kontrolle, die Übersicht zu behalten. Einige der Straßenkatzen finden bei Helga König ein vorübergehendes Zuhause. Dann, wenn sie besondere Zuwendung brauchen, gesund gepflegt werden müssen. Dass sie außerdem kastriert werden, ist selbstverständlich. Bis zu 30 Katzen sind manchmal gleichzeitig bei ihr gewesen. Zum Glück ist das Grundstück groß, es bietet Platz für ein eigenes Katzenhaus. "Als mein Mann noch lebte, hat er mich manchmal für verrückt erklärt", erinnert sich Katzen-Mama König. Er habe das natürlich liebevoll gemeint, war selbst ein großer Tierfreund. Aber ein wenig Verrücktheit gehört schon dazu, so viel Zeit und auch Geld zu investieren. Das Futter für die Vierbeiner bezahlt sie selbst, manchmal gibt es auch eine kleine Spende. Sie kann die Kleinen doch nicht hungern lassen. Außerdem kennt sie sich inzwischen so gut mit Katzen aus, dass fast ein Tierarzt an ihr verlorengegangen wäre.


Im Moment sind es elf ehemalige Straßenkatzen, die bei Helga König Unterschlupf gefunden haben. "Einige von ihnen sind wirklich bildhübsch", schwärmt sie und wünscht jedem von ihnen von Herzen ein neues, gutes Zuhause. Das allerdings sieht sie sich vorher genau an. Sie möchte schließlich wissen, wo ihre Schützlingen landen, dass es ihnen dort gut geht. Ihre Katze Klara, selbst früher ein abgemagerter, flohbesetzter Streuner, blickt gelassen auf die Logiergäste. Daran hat sie sich längst gewöhnt, ihr kann sowieso niemand das Wasser reichen. Helga König nickt. Katzen haben eine Seele, einen ganz besonderen Charakter, sie sind echte Persönlichkeiten, weiß sie. Ein Leben ohne Katzen? Das könne sie sich beim besten Willen nicht vorstellen, niemals.





Katzenhalter in der Pflicht:


Thüringen hat die Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen beschlossen. In einigen Regionen Thüringens dürfen Katzen künftig nur noch dann vor die Tür, wenn sie kastriert sind. Ähnliche Regelungen gibt es bereits in Ländern wie Bayern, Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern.Mit der Verordnung soll verhindert werden, dass sich freilaufende Katzen in Thüringen ungebremst vermehren.

Die Verordnung sieht vor, dass Kreise und kreisfreie Städte zunächst erheben sollen, ob in ihrem Territorium der Katzenbestand überhandnimmt. Anschließend sollen sie die Kastration für alle Katzen und Kater vorschreiben dürfen, die Freigang haben. Die Kosten für die "Katzenzählung" und die Information der Bürger können sich die Kommunen vom Land erstatten lassen.Nach Darstellung des Sozialministeriums nehmen auch in Thüringen die Kolonien herrenloser, verwilderter Hauskatzen zu.
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