Leuchtende Augen unterm Christbaum? -Mangel an freiwilligen Weihnachtsmännern sorgt für lange Gesichter in Thüringer Familien

Jörg Schwerin engagiert sich seit vielen Jahren als Weihnachtsmann und beschert den Kindern und ihren Familien am Heilig Abend leuchtende Augen.
 
Jörg Schwerin engagiert sich seit vielen Jahren als Weihnachtsmann und beschert den Kindern und ihren Familien am Heilig Abend leuchtende Augen.
Unterhielt man sich in den letzten Jahren mit anderen Familien über deren Weihnachtsbräuche, folgten den leuchtenden Augen immer öfter enttäuschte Gesichter.
„Nach einem schönen Abendessen mit der ganzen Familie warteten wir vergeblich auf den Weihnachtsmann. So haben wir die Geschenke schließlich selbst verteilt“, erzählt eine Mutter aus der Kita. Die meisten Familien finden gar keinen Kontakt zum Weihnachtsmann, denn immer weniger Freiwillige machen sich am 24. Dezember auf den Weg durch den kalten Abend von Haus zu Haus.

Jörg Schwerin ist einer dieser Freiwilligen. Für ihn ist das Weihnachtsmann-Sein eine Frage der Ehre. Seit vielen Jahren können sich Familien auf den 44-jährigen verlassen. Die Frage „Warst du denn immer schön artig?“ gefolgt von den Verfehlungen der Kleinsten sorgen bei der ganzen Familie immer wieder für Schmunzeln und fröhliche Gesichter. Zudem gibt sich der Nachwuchs vielmehr Mühe bei Gedichten, Liedern und Geschichten, nimmt Lob und Tadel entgegen und legt sein Versprechen ab, im nächsten Jahr ganz gewiss artiger zu sein, berichtet Schwerin. Der Grund, jedes Jahr die eigene Familie zu Hause allein zu lassen, sich durch Schneewehen und Eisregen zu kämpfen: „Es macht mir Spaß, die Augen der Kinder und ihrer Familien leuchten zu sehen.“ Seine eigenen Kinder sind längst groß. Wenn er selbst einmal Enkel hat, wird er sicher auch hier aktiv werden.

Susan Rademacher von der Nebenjobagentur Jobaholic kennt das Problem ebenfalls. „Die Nachfrage der Familien ist zweifellos da, bloß die Bewerber fehlen“, bringt die 28-jährige das Problem auf den Punkt. Sie machte sich Gedanken, wie man wieder mehr Weihnachtsmänner für Thüringer Familien gewinnen könnte. Ihre Lösung: gemeinsam mehr Spaß haben. So berief sie die erste Vollversammlung der Thüringer Weihnachtsmänner ein. „Ziel ist es, das sich die Freiwilligen austauschen, gegenseitig helfen, an Erfahrungen gewinnen und Neues hinzulernen können.“ So wird am 26. November 2011 ab zehn Uhr der Chefweihnachtsmann persönlich sein Gefolge unter tosendem Glockengeläut zusammenrufen. Hier sollen mindestens 50 unerfahrene und erfahrene Weihnachtsmänner eine Schulung erhalten, die sie sicherer im Umgang mit Liedern und Gedichten und fit für die Hightech-Wünsche des Nachwuchses macht. Auch die Fragen: Wie verhalte ich mich, wenn ein Kind plötzlich weint oder wenn ich Alkohol angeboten bekomme, stehen auf der Agenda.

„Mit der ersten Thüringer Weihnachtsmann-Vollversammlung wollen wir wieder mehr Thüringer Studenten, Männern, Vätern und Senioren den Spaß am Weihnachtsmann-Sein in ihrem Ort, Verein oder Stadtteil vermitteln.“ Die ganze Veranstaltung soll durch eine Stadtwette begleitet und der Wetteinsatz sozialen Einrichtungen gestiftet werden. Hierfür sucht Rademacher noch einen prominenten Wettpartnern. Informationen für neugierige Weihnachtsmänner und Familien, die sich über einen Besuch freuen würden, gibt´s im Internet unter www.jobaholic.de, im Facebook, sowie telefonisch unter 0361 / 789 79 650.
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