Lori "Caruso" hält Herrchen auf Trab

Adolf Kleinschmidt und Caruso sind ein Herz und eine Seele
„Der brüllt ja wie Caruso“, ließ sich Elfriede Kleinschmidt dazu hinreißen festzustellen, wem das eindringlich in die Ohren gehende Geschrei des winzigen Vögelchens zu ähneln schien. Ob sie damit die Gesangsqualitäten des italienischen Startenors oder doch nur die Lautstärke des Dargebotenen meinte, verrät sie allerdings nicht. Fest steht nur, dass der kleine Vogel seitdem den Namen Caruso trägt.

Zu Hause ist er im Erfurter Norden bei Elfriede und Adolf Kleinschmidt. Letzterer züchtet seit mittlerweile mehr als 50 Jahren Vögel, derzeit sind es Plattschweifsittiche, Wellensittiche und Loris, wie auch Caruso einer ist. Dabei kam dessen Besitzer zum Vogelzüchten beinahe wie die Jungfrau zum Kind. Aus einer „Urlaubsvertretung“ bei einem vogelzüchtenden Nachbarn wurde schnell eine eigene Passion. Mit den Jahren immer größer und ausschweifender. Selbst heute, im Rentenalter, haben er und seine Frau mit den Tierchen alle Hände voll zu tun. Besonders Freund Caruso ist ein anspruchsvoller Geselle und braucht wie alle Loris speziell angerichtetes Futter.

Vor allem aber ist er sehr anhänglich. Kein Wunder, schließlich hat ihn Adolf Kleinschmidt mit der Hand aufgezogen. Seitdem sind die zwei unzertrennlich. Der heute fast vierjährige Caruso liebt es, auf den Schultern seines Herrchens umherzuturnen. Sogar draußen drehen die beiden so gemeinsam ihre Runden. Und das bei jedem Wetter. Der Lori ist wetterfest. „Manchmal läuft er auch auf dem Rasen hinter mir her, wie ein braver Hund“, freut sich der Züchter über seinen liebsten gefiederten Freund.

Die Nachbarn haben sich längst an die ungewöhnliche Spaziergänger-Konstellation gewöhnt. Wenn Caruso allerdings laut „Gehste mit?“ ruft, lädt er niemanden zum gemeinsamen Rundendrehen ein. Nur Adolf darf bei ihm sein, da ist er eigen. „Selbst ich komme Caruso lieber nicht zu nahe, der ist ganz schön eifersüchtig“, lacht Elfriede Kleinschmidt und überreicht das aufwendig zugerechtgemachte Futter lieber aus sicherer Entfernung... Und wenn sie dann mit den Tellern klappert, hört sie schon die nächste Frage aus der Vogelkehle: „Adolf, kommste essen?“. Da spart sich die treusorgende Ehefrau doch gleich die Aufforderung an den Gatten.

Am kommenden Samstag würde er dieser sowieso nicht folgen. Schließlich gehört Adolf Kleinschmidt seit Jahren schon zum Ziergeflügel- und Exotenverein Erfurt 1954 e.V. und hat deshalb zu tun: Der Verein veranstaltet am 12. Februar in der Messe Erfurt seine Thüringer Vogelbörse, die größte dieser Art in Deutschland. In der Zeit von 7 bis 14 Uhr sind interessierte Vogelfreunde und jene, die es noch werden wollen, ganz herzlich willkommen. Fast 700 Aussteller - auch aus dem Ausland - haben sich angesagt, die alles rund um Vögel und ihre Haltung anbieten.
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dirk eppert aus Erfurt | 16.03.2011 | 19:08  
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