Mein Dorf, mein Leben: Helmi wird's schon richten

Helmut Besser ist stolz auf Tiefthal. Es sind die vielen kleinen Dinge und Erfolge, die ihn immer wieder motivieren weiterzumachen: Das gute Miteinander von altem und neuem Dorf, die Angebote im Ort, sich kreativ oder in Sachen Bildung zu betätigen, der neu eingeweihte Brunnen oder wenn - wie jetzt - die Bauarbeiten zum Hochwasserschutz beginnen können. Vor allem, wenn es um Finanzen geht, ist es schwierig, etwas für den der Stadt unterstellten Ort herauszuholen. Die Handlungsbefugnisse sind begrenzt.
Die Liebe war es, die ihn hergeführt hat. Ihn, der von sich selbst sagt, dass er eigentlich ein echtes Stadtkind sei. Sogar ein weit gereistes. In der ganzen Welt ist Helmut Besser (nach seinem Studium der politischen Wissenschaften) herumgekommen, meist führten ihn Engagements als Künstler an die verschiedensten Orte.

Doch immer war es auch die Sehnsucht nach einem Zuhause, die in ihm schlummerte. Inzwischen wohnt er mit seiner Frau seit fast 20 Jahren in Tiefthal. Er hat sein Zuhause gefunden. Eines, von dem er nicht mehr weg möchte. Das große Haus mitten im Ort ist nicht nur Lebensmittelpunkt, hier arbeiten auch er und seine Frau im Atelier, empfangen Besucher, sind mit anderen gemeinsam kreativ. Wenn „Helmi“, wie sich der Künstler in seiner Rolle als Clown nennt, nicht gerade unterwegs ist. Nicht unbedingt nur zu Auftritten...

Nur beim ersten Hinschauen ist Helmut Besser nur der Spaßbringende. Wer ihn näher kennenlernt, weiß um sein Herz, das auch für die anderen schlägt. Ihm reicht es nicht, sich im idyllischen Tiefthal mit den vielen freundlichen Menschen nur wohl zu fühlen. Er möchte sich einbringen, etwas tun. Kein Wunder, dass er bald schon im Ortsteilrat gelandet ist. Seit fünf Jahren ist er der Bürgermeister des Ortes, zum zweiten Mal nacheinander gewählt.

„Die Leute vertrauen dir eben“, sagt seine Frau Monika, wenn wieder einmal das Telefon klingelt oder einer vor der Tür steht. Manchmal zu ungewöhnlichen Zeiten... Dabei sind es nicht immer die wirklichen Probleme, bei denen jemand um Hilfe bittet. Manches könnte einfacher geklärt werden, mit einem Gespräch unter Nachbarn. Doch Helmi wird‘s schon richten. Selbst, wenn die Mülltonne nur falsch steht. „Natürlich versuche ich alles zu klären, mich zu kümmern. Und im Notfall kann man mich immer anrufen.“, sagt er. Doch manche Dinge wären in der Bürgersprechstunde besser aufgehoben.

Vieles von dem, was ein Ehrenamtlicher tut, wird von anderen als selbstverständlich angesehen. Helmut Besser geht es ähnlich. Nicht immer denken ‚seine‘ Tiefthaler daran, dass er ja auch noch einen Beruf hat. Für den braucht es mitunter viel Zeit.
Am besten jedoch ist es, wenn er ihn mit seinem Engagement verbinden kann. Beim Kunstfest etwa. Helmut Besser ist einer der Mit-Initiatoren dieser Veranstaltung, die inzwischen zum zehnten Mal stattgefunden hat und längst ein Geheimtipp ist. „Die Tiefthaler haben einen Sinn für Kunst, sind sehr offen für Neues.“, ist er noch immer glücklich, dass das Kunstfest eine solche Entwicklung genommen hat. Auch, wenn es nach wie vor eher die Alten sind, die für Ideen und frischen Wind sorgen. Aber das wird schon. Helmi ist da zuversichtlich...
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