Mit anderen Augen

Zwei Jahre lang haben sich Victoria Pudenz (von rechts), Lara-Sophie Schittko und Lina Reichenbach mit dem Thema Drogen­arbeit und Streetwork in Gotha beschäftigt. Es war eine sehr intensive Zeit für die Abiturientinnen.
Wenn Victoria, Lara-Sophie und Lina heute durch Gotha schlendern, sehen sie Menschen, die ihnen begegnen, mit anderen Augen. Früher hätten sie kaum einen Blick für manche von ihnen gehabt. Es sind jene, die anders sind, die den „Kick“ brauchen, um leben zu können. Der Kick sind Drogen. „Es kann jeden treffen, man kann da schnell reinrutschen“, wissen die Mädchen und haben sich längst frei gemacht von Vorurteilen.

Ganz nah dran



Zwei Jahre lang waren sie ganz nah dran, so lange recherchierten die Abiturientinnen für ihre gemeinsame Seminarfacharbeit. Das Thema „Streetwork am Beispiel akzeptierender Drogenarbeit in Gotha“. Gerade ist die Arbeit fertiggeworden. 62 Seiten voller Erlebnisse und Erkenntnisse. „Wir hätten nie gedacht, dass das solche großen Ausmaße annimmt“, sagt Victoria. Die anderen nicken.

Jede Woche waren sie unterwegs, fanden in Streetworkerin Angela Gräser und dem Kreisjugendring Ansprechpartner mit viel Wissen und Kompetenz. Unterlagen zu ihrem Thema, das ein sehr praktisches ist, gibt es wenige. Sie müssen sich alles erarbeiten. Angela Gräser nimmt sich Zeit, immer wieder. „Ohne sie und die Einblicke in ihre Arbeit hätten wir das alles nie so hinbekommen“, sind ihr die Mädchen sehr dankbar.

Berührende Begegnungen



Noch heute geht es ihnen nahe, wenn sie daran denken, wie sie mit einer jungen Frau sprechen konnten, die lange schon abhängig ist. Auch beim Gedenktag für Drogentote waren sie dabei, den werden die drei nicht so schnell vergessen. Mit dem Abschluss ihrer Arbeit wollen Victoria, Lina und Lara-Sophie allerdings nicht auch das Thema beenden. „Für uns ist das auf keinen Fall abgehakt“, versprechen sie und beginnen zu erzählen. Von den Flyern, die sie gestalten wollen, um andere aufzuklären, von dem ­weiteren Kontakt zum Kreisjugendring und davon, dass sie immer wieder mit ­anderen jungen Leuten diskutieren, die zu leicht­fertig mit dem Thema Drogen ­umgehen. Ihren aufmerksamen Blick behalten die Mädchen bei.
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