Mit Luther in Amerika: Die Erfurterin Renate Klein präsentierte die Lutherstädte Mitteldeutschlands in USA und Kanada

Mit der Präsentationsmappe konnte Renate Klein Eindrücke von unseren Lutherstätten vermitteln, wie dem Kreuzgang im Augustinerkloster Erfurt oder der Alten Universisität und der Michaeliskirche.
 
Präsentation in Amerika: Reden, reden, reden bis der Gong ertönt. (Foto: Klein)
Wer war Martin Luther? Stellt man diese Frage auf zwei Kontinenten – in Europa und Amerika - so können die Antworten unterschiedlicher nicht sein. Denn auf jedem Kontinent hat ein Martin Luther Geschichte geschrieben. In Kirchenkreisen ist unser Martin Luther in Amerika schon ein Begriff, ansonsten kann es schon einmal zu Verwechslungen kommen. Das Wissen über seine Wirkungsstätten in Mitteldeutschland ist nicht besonders groß. Um das zu ändern reiste Renate Klein, von der Erfurt Tourismus und Marketing GmbH, vor kurzem als Vertreterin der Städtegemeinschaft „Wege zu Luther“ und auch für die Stadt Erfurt nach Portland, Seattle, Los Angeles und Vancouver. Im Gespräch mit AA-Redakteurin Ines Heyer erzählt sie von ihrer Reise.

Wie entstand die Idee zu dieser Reise?
Über die Deutsche Zentrale für Tourismus, Außenstelle New York, besteht die Möglichkeit, an der „Destination Germany“, einer Tourismus-Fachmesseveranstaltung in Amerika teilzunehmen.

Wie sah ihre Reisegruppe aus?
Sie bestand aus zehn deutschen Teilnehmern. Jeder war dabei Repräsentant einer anderen deutschen Stadt oder Region, wie unter anderem Berlin, Köln, Dresden, Leipzig, Regensburg, des Schwarzwaldes oder Bayern.

Was war ihr Ziel?
Im Rahmen der Lutherdekade 2017 gibt es für Touristen vielfältige Reiseangebote in Mitteldeutschland, um auf authentischen Spuren Luthers in Erfurt, Eisenach, Weimar, Schmalkalden oder Altenburg zu wandern und die Wartburg oder das Augustinerkloster mit mittelalterlichem Flair zu erkunden. Dies habe ich bei den Reiseveranstaltern und Journalisten in Amerika bekannt gemacht.

Wie erreichten sie ihre Ansprechpartner?

Mit der sogenannten „Roadshow“ reisten Mitarbeiter der Deutschen Zentrale für Tourismus mit uns durchs Land. Im Vorfeld akquirierten sie schon gezielt Reiseveranstalter und Tourismusexperten, vor denen wir dann unsere Reiseangebote vorstellen konnten.

Wie lief die Vorstellung ab?
In jeder Stadt konnten wir in einem Hotelsaal an 12 eingedeckten Tischen für jeweils 10 Reisefachleute unsere touristischen Angebote präsentieren. Zwischen den einzelnen Menügängen fand unser Vorstellungsmarathon statt. Pro Tisch hatte jeder ein paar Minuten Redezeit für eine Kurzpräsentation, eingeleitet mit einem Gong. Das hieß für mich „Speed-speaking“ mit vollem Körpereinsatz à la Dieter Thomas Heck. Mit meiner Fotomappe, Flyern und Broschüren wanderte ich dann von Tisch zu Tisch. Daran anschließend gab es ausführlich Zeit für Fachgespräche und die Knüpfung neuer Kontakte.

Wer zeigt besonderes Interesse an unseren Lutherstätten?

Das sind vor allem Kirchengemeinden und Kulturinteressierte. In Amerika gibt es spezielle religiöse Reiseveranstalter, wie Luther Tours, Reformation Tours oder Globus Tours, die bereits Reisen zu unseren Lutherstätten, wie Eisenach oder Erfurt, im Programm haben. Ich denke, mit meinem Vortrag habe ich noch weitere beeindruckt.

Gab es Unterschiede in den USA und Kanada?
Ja, in Kanada musste ich noch richtig Aufklärungsarbeit leisten. Unser Luther ist dort vom Namen her bekannt. Das war‘s. Dagegen haben vieleUS- Amerikaner schon ein klareres Bild von ihm.


Können sie jetzt den Erfolg der Reise schon messen?

Ja, zum Teil. Für das kommende Jahr planen wir bereits drei Studienreisen „Wege zu Luther“ für amerikanische Pastoren und Kirchenmitarbeiter. Ich freue mich, sie unter anderem in Erfurt begrüßen zu dürfen.

Womit begeistern sie die Amerikaner noch für Thüringen?
Mit dem Erfurter Weihnachtsmarkt kann ich immer punkten – so etwas lieben sie. Auch schwärme ich von unseren Klößen und der Bratwurst. Einige kennen die Nürnberger Bratwurst. Also sage ich: Unsere ist mindestens genau so gut.

Hintergrund:
- In den USA ist die lutherische Kirche aufgrund der strikteren Trennung von Kirche und Staat nur eine von verschieden Kirchen
- die Evangelical Lutheran Church in America ist die größte und liberalste, und hat den Hauptsitz in Chicago mit 4,1 Millionen Mitgliedern
- Weitere evangelische Kirchen: Lutheran Church – Missouri-Synod, Evangelisch-Lutherische Wisconsin-Synode
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige