Musik in den Genen: Vater & Tochter spielen in einer Band

Sophie, Papa Tom (Mitte) und Raini.
     

Von wegen, jede Generation hat ihre eigene Musik: In der Erfurter Cottonmen Bluesband spielen Vater und Tochter gemeinsam. Und es klappt bestens!



Papa Tom ist begeistert



“Sie ist ein echtes Naturtalent!“ Thomas Weisheit, den alle einfachTom nennen, wirft Sophie einen stolzen Blick zu. Sie allerdings sagt nicht Tom zu ihm. Vati meistens, manchmal auch Daddy. Vater und Tochter verbindet nicht nur eine innige Zuneigung. Sie teilen auch dieselbe Leidenschaft. Sie lieben Blues. So sehr, dass sie zusammen in einer Band spielen. Der Dritte im Bunde ist „Raini“, Rainer Müller, gemeinsam sind sie die Cottonmen Bluesband.


Tom entdeckt schon mit 16 die Musik für sich. Bluessongs sind es vor allem, die er auf seiner Mundharmonika nachzuspielen beginnt, nur nach Gehör. Das funktioniert so gut, dass er bald schon in seiner ersten Band spielt. Heute ist er 54 und arbeitet als Altenpfleger. Der Blues fließt immer noch rhythmisch pulsierend durch seine Adern, natürlich

Eine Sache der Vererbung



Das hat er wohl vererbt. „Irgendwie war ich immer bei den Proben dabei“, erinnert sich Tochter Sophie an ihre Kindheit. Spätestens als Vierjährige war sie im Proberaum genauso zu Hause wie im Kinderzimmer. Und wenn die Mama abends daheim die Gitarre herausholte und ihr und dem Bruder vorspielte, war das kleine Mädchen selig. Musik und sie, das gehört zusammen. Zumindest in ihrer freien Zeit. „Ich habe immer so für mich ein bisschen Musik gemacht“, erzählt die Ergotherapeutin, dass sie sich auf den verschiedensten Instrumenten ausprobiert habe.

Als hätte sie nie etwas anderes gemacht



Vor zwei Jahren entdeckt sie das Cajón für sich, eine Art Kiste, die verschiedene Schlaginstrumente in sich vereint, das Schlagzeug im Koffer sozusagen. Sophie spielt darauf, als hätte sie seit Jahren nichts anderes getan. Aus Spaß klimpert sie bei Papa und Raini mit, aus Spaß beginnt sie auch zu singen. Und es klingt toll, sie alle drei zusammen. Es ist wie ein Traum, alles passt perfekt. „Wie aus einem Guss“, hören die drei fortan ständig bei ihren Auftritten. „Ich sag's doch, sie ist ein Naturtalent“, schwärmt Tom von seiner „Kleinen“.

Musik aus dem Gefühl heraus



Überhaupt, so findet er, muss Musik aus dem Gefühl heraus entstehen. Wer sie studiert, gerät in Gefahr, zu perfekt zu sein, sich selbst den Raum für Kreativität zu verschließen. „Es muss auch mal richtig dreckig klingen“, sagt er und meint damit solche Songs wie den Mississippi-Blues. Den guten alten, schwarzen Blues lieben die drei vor allem. Sie singen auch Lieder von den Rolling Stones, von Neil Young, Muddy Waters lieben sie sowieso. „Die alten Klassiker sind genau unser Ding“, weiß Tom.

Jeder Song klingt immer wieder anders



Allerdings klingt bei der Cottonmen Bluesband nie ein Song gleich. „Wir machen alles zu unserem eigenen Titel, es groovt einfach“, so Gitarrist Raini. Da wird schon mal improvisiert, erst an der einen, dann wieder an der anderen Stelle. Die drei verstehen sich mit Blicken, spielen drauflos. Manchmal müssen sie sich nicht mal ansehen, um zu wissen, was der andere denkt. Und wenn das Publikum mitgeht, kann eine schon mal richtig lang werden. „Einmal war so tolle Stimmung, da haben wir 'On the Road again' 45 Minuten am Stück gespielt. Danach waren wir allerdings erstmal k.o.“. erinnert sich Sänger Tom an einen wahren Song-Marathon mit nur einem Titel. „Wir lassen es einfach treiben“, bestätigt auch Sophie die riesige Lust der drei Hobby-Musiker am Ausprobieren und Improvisieren.

Altersunterschied nicht wichtig



Dass dann Vater und Tochter gemeinsam auf der Bühne sind, merkt man ihnen nicht an. Der Altersunterschied von 24 Jahren ist nicht wichtig. Sophie liebt diese Art von Songs genauso wie ihr Vater und Raini, wie auch Band-Techniker Hardy, ihr Onkel. Sie sind ein Gespann, dass in der Musik auf einer Wellenlänge ist. Und auch im Alltag. „Als ich jünger war, hat er schon mal mit mir geschimpft“, gibt die 30-Jährige lächelnd zu. Papa Tom nickt. „Ich komme zwar aus der Hippie-Generation, aber antiautoritäre Erziehung gab's bei uns nicht.“ Man merkt, wie sehr die zwei sich mögen. Und das hat nichts mit der Musik zu tun. Wenn es die nicht gäbe, würden beide genauso miteinander umgehen, sind sie überzeugt.



Die Band live:


Die Cottonmen Bluesband ist meistens bei kleineren und privaten Feiern zu erleben, beim Krämerbrückenfest ist sie auch immer dabei. „Wir sind da, wo wir gebraucht werden“, sagt Thomas Weisheit und erinnert daran, dass die drei Bandmitglieder die Musik in ihrer Freizeit machen und alle einen anstrengenden Job haben.




Und so klingt es im Proberaum: Musik in den Genen In der Erfurter Cottonmen Bluesband spielen Vater und Tochter gemeinsam (mit zehn Bildern)


Helke Floeckner


“Sie ist ein echtes Naturtalent!“ Thomas Weisheit, den alle einfachTom nennen, wirft Sophie einen stolzen Blick zu. Sie allerdings sagt nicht Tom zu ihm. Vati meistens, manchmal auch Daddy. Vater und Tochter verbindet nicht nur eine innige Zuneigung. Sie teilen auch dieselbe Leidenschaft. Sie lieben Blues. So sehr, dass sie zusammen in einer Band spielen. Der Dritte im Bunde ist „Raini“, Rainer Müller, gemeinsam sind sie die Cottonmen Bluesband.


Tom entdeckt schon mit 16 die Musik für sich. Bluessongs sind es vor allem, die er auf seiner Mundharmonika nachzuspielen beginnt, nur nach Gehör. Das funktioniert so gut, dass er bald schon in seiner ersten Band spielt. Heute ist er 54 und arbeitet als Altenpfleger. Der Blues fließt immer noch rhythmisch pulsierend durch seine Adern, natürlich. Das hat er wohl vererbt. „Irgendwie war ich immer bei den Proben dabei“, erinnert sich Tochter Sophie an ihre Kindheit. Spätestens als Vierjährige war sie im Proberaum genauso zu Hause wie im Kinderzimmer. Und wenn die Mama abends daheim die Gitarre herausholte und ihr und dem Bruder vorspielte, war das kleine Mädchen selig. Musik und sie, das gehört zusammen. Zumindest in ihrer freien Zeit. „Ich habe immer so für mich ein bisschen Musik gemacht“, erzählt die Ergotherapeutin, dass sie sich auf den verschiedensten Instrumenten ausprobiert habe. Vor zwei Jahren entdeckt sie das Cajón für sich, eine Art Kiste, die verschiedene Schlaginstrumente in sich vereint, das Schlagzeug im Koffer sozusagen. Sophie spielt darauf, als hätte sie seit Jahren nichts anderes getan. Aus Spaß klimpert sie bei Papa und Raini mit, aus Spaß beginnt sie auch zu singen. Und es klingt toll, sie alle drei zusammen. Es ist wie ein Traum, alles passt perfekt. „Wie aus einem Guss“, hören die drei fortan ständig bei ihren Auftritten. „Ich sag's doch, sie ist ein Naturtalent“, schwärmt Tom von seiner „Kleinen“.


Überhaupt, so findet er, muss Musik aus dem Gefühl heraus entstehen. Wer sie studiert, gerät in Gefahr, zu perfekt zu sein, sich selbst den Raum für Kreativität zu verschließen. „Es muss auch mal richtig dreckig klingen“, sagt er und meint damit solche Songs wie den Mississippi-Blues. Den guten alten, schwarzen Blues lieben die drei vor allem. Sie singen auch Lieder von den Rolling Stones, von Neil Young, Muddy Waters lieben sie sowieso. „Die alten Klassiker sind genau unser Ding“, weiß Tom. Allerdings klingt bei der Cottonmen Bluesband nie ein Song gleich. „Wir machen alles zu unserem eigenen Titel, es groovt einfach“, so Gitarrist Raini. Da wird schon mal improvisiert, erst an der einen, dann wieder an der anderen Stelle. Die drei verstehen sich mit Blicken, spielen drauflos. Manchmal müssen sie sich nicht mal ansehen, um zu wissen, was der andere denkt. Und wenn das Publikum mitgeht, kann eine schon mal richtig lang werden. „Einmal war so tolle Stimmung, da haben wir 'On the Road again' 45 Minuten am Stück gespielt. Danach waren wir allerdings erstmal k.o.“. erinnert sich Sänger Tom an einen wahren Song-Marathon mit nur einem Titel. „Wir lassen es einfach treiben“, bestätigt auch Sophie die riesige Lust der drei Hobby-Musiker am Ausprobieren und Improvisieren.


Dass dann Vater und Tochter gemeinsam auf der Bühne sind, merkt man ihnen nicht an. Der Altersunterschied von 24 Jahren ist nicht wichtig. Sophie liebt diese Art von Songs genauso wie ihr Vater und Raini, wie auch Band-Techniker Hardy, ihr Onkel. Sie sind ein Gespann, dass in der Musik auf einer Wellenlänge ist. Und auch im Alltag. „Als ich jünger war, hat er schon mal mit mir geschimpft“, gibt die 30-Jährige lächelnd zu. Papa Tom nickt. „Ich komme zwar aus der Hippie-Generation, aber antiautoritäre Erziehung gab's bei uns nicht.“ Man merkt, wie sehr die zwei sich mögen. Und das hat nichts mit der Musik zu tun. Wenn es die nicht gäbe, würden beide genauso miteinander umgehen, sind sie überzeugt.


Info:


Die Cottonmen Bluesband ist meistens bei kleineren und privaten Feiern zu erleben, beim Krämerbrückenfest ist sie auch immer dabei. „Wir sind da, wo wir gebraucht werden“, sagt Thomas Weisheit und erinnert daran, dass die drei Bandmitglieder die Musik in ihrer Freizeit machen und alle einen anstrengenden Job haben.


Und so klingt es im Proberaum: https://www.youtube.com/watch?v=d789RcCFuHU
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
549
Peer Floeckner aus Erfurt | 12.02.2015 | 09:16  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige