Nackte Tatsachen: FKK-Fans posieren für Bildband

Gelegenheitsbesucherin Rebecca aus Hamburg am Ratscher. (Foto: Norbert Sander)
 
Ein Zufallsgast in München (Foto: Norbert Sander)
Das Lebensgefühl der Freikörperkultur wird im neuen Buch "Nackedei 2" des Thüringer Fotografen Norbert Sander erlebbar. Seine Ziele sind nicht nur heimische Bademöglichkeiten um Erfurt, Jena und Gotha, es zieht ihn auch nach Berlin, München oder an die Ostsee. Und seine Fotomodelle sind allesamt nackt.
Im Gespräch mit dem Fotokünstler:


Ist Nacktsein eine Weltanschauung?


Keine konkrete. Jeder verbindet damit etwas anderes. Für die Leute, die man so trifft und mit denen man spricht, ist Nacktsein auf jeden Fall sehr bedeutsam. Ob manche nun auf dem Campingplatz ihre Nacktheit ausleben oder im FKK-Verein ihre Freunde treffen - dann hat das in ihrem Leben eine große Bedeutung. Und deshalb kann man schon sagen, es ist so etwas wie eine Weltanschauung, eine Lebenseinstellung.

Ist jeder Körper schön?


Das kann man schon so sagen. Schönheit besteht auch darin, wie sich der Körper und der Mensch verhält und auch bewegt. Wenn einer in sich ruht und so einen Buddhabauch hat, dann ist das auch irgendwie schön. Wenn man merkt, dass es stimmig ist, der Mensch Lebensfreude ausstrahlt.

Sind auch provokante Bilder zu sehen?


Naja, im Buch sind auch ein paar sportliche Aktivitäten, das ist für manche ungewohnt, vielleicht sogar für FKK-Fans. Und dann gibt es auch Nackte auf Highheels, nicht jedermanns Sache.

Sie nehmen sich für Ihre Bilder viel Zeit, sprechen ausführlich mit ihren Protagonisten...


Man muss schon sensibel an die Sache herangehen. Aber das gilt ganz genauso für „normale“ Fotos. Das Zeitnehmen hat nicht unbedingt mit Nacktheit zu tun.

Sind FKK-Fans offener, zugänglicher als andere?


Sie wissen, dass es etwas Spezielles ist, was sie tun. Deshalb verstehen sie auch das Anliegen, dass sie fotografiert werden, für die Öffentlichkeit interessant ist. Das ist alles sehr intim und Privatsache und trotzdem etwas Besonderes.

Es geht in Ihrem Buch um viel mehr als bloßes Nacktsein...


Wir waren von Nord nach Süd in Deutschland unterwegs. Ging es im ersten Buch vor allem um Mensch und Natur, dreht es sich nun auch um solche Sachen wie nacktes Joggen, den jährlichen Naturistenlauf oder den Deutschen Verband für Freikörperkultur.

Außer nackten Tatsachen gibt es noch mehr?


Es ist nicht ein reiner Akt-Bildband, es geht auch ein wenig um Geschichte wie den über 900 Jahre alten Klosterteich in Reinhardsbrunn, der einst von Mönchen für die Versorgung mit Fisch während der Fastenzeit angelegt wurde. Und es geht um Geschichten der Menschen, die FKK-begeistert sind. Die sind alle real, nicht unbedingt mit Modelmaßen. Ja, das ist schon etwas Spezielles.

Ist Rainer Langhans, bekannt von der 68-er Bewegung und auch im Buch, ein Traum-Interviewpartner und Fotomodell?


Er ist ein bisschen wie ein Guru, wenn man mit ihm spricht. Sehr ruhig, sehr inspirierend. Wenn auch manche Sachen, die er erzählt, erst einmal etwas krass rüberkommen, erkennt man schon die Botschaften, die dahinterstecken. Eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte.

Was trägt der Fotograf beim Nackte-Fotografieren?


Na nichts! Höchstens die Fotoausrüstung.

Was kann man von den Nackten lernen?


Es ist interessant zu sehen, wie einfach es ist, sich von den gesellschaftlichen Konventionen zu trennen, indem man sich auszieht. Plötzlich hat niemand mehr ein Statussymbol bei sich. Und trotzdem ist man durch die Nacktheit etwas Ungewöhnliches, das man mit anderen teilt.


Das Buch:


"Nackedei 2: Aktiv, stark, frech und frei - Freikörperkultur heute“, Buch im A4-Großformat, 128 Seiten, erhältlich unter www.Sander-Foto.de und in jeder Buchhandlung.


Und hier erfahrt Ihr mehr zu Sanders erstem Nackedei-Buch!
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