Nur ein angedeuteter Knicks ! – „nur“ ?

Was uns die Bedienung noch an den Tisch brachte – daran kann ich mich nicht erinnern. Aber ein leichter angedeuteter Knicks war deutlich zu sehen. Weil ich das ganz selten bis gar nicht mehr in einem Restaurant erlebte, mich da nur undeutlich meiner Jugend erinnerlich bin, habe ich das besonders angenehm aufgenommen.

Im Gehen sprach ich die Bedienung daraufhin an. Sie meinte, dass dies normaler Bestandteil ihrer Ausbildung gewesen sei. Freude beiderseits über ihre Ausbildung.

Ganz anderes Erlebnis an der Bushaltestelle. Vor mir ein älteres Ehepaar, welches untergehakt auf eine Bushaltestelle zuging, bei der etliche Jugendliche standen und ihren Weg förmlich versperrten. Ob das Ehepaar etwas gesagt hatte, konnte ich nicht wahrnehmen. Aber sie blieben erst stehen, gingen dann nur 2-3 Schritte, um nach kurzem Zögern eine spärlichbreite Gasse für die Beiden gemacht wurde.
Was haben diese jungen Menschen gelernt, geübt an Benimm und gegenseitige Rücksichtnahme?

Weitere dieser kleinen Erlebnisse lassen mich fragen, wo / was / wie / welcher gesellschaftliche Umgang miteinander gelehrt und geübt wird?
Es reicht nicht, dass sich Eltern rausreden und den Finger auf die Schule richten. Die Schule wiederum sieht sich außerstande die Defizite der Kinder auszugleichen – auch besteht dafür wohl weder Zeit noch ein verbindlicher Lehrstoff.
In Konzerten und vergleichbaren Veranstaltungen hört man allzu oft Handys klingeln – nicht etwa nur bei jungen Menschen!

Geduldete Schulhefte mit Eselsohren, schlechter Schrift, Unordnung auf den Schulgängen, fehlenden Umgangsregeln konnte ich erst jüngst hautnah erleben und war mehr als bedient hinsichtlich all dessen, was für mich mal Lebensbestandteil war und mich heute noch leitet.

Früher wurde anerkennend begleitet, wenn ein Mann der Frau die Tür aufhielt.
Heute wird Gleiches von belustigenden Gesichtern und gar Spott begleitet.

Da wird meines Erachtens mehr als deutlich, wie stark mich der eingangs erwähnte „Knicks“ der Bedienung erfreute – auch weil es ihr eine Selbstverständlichkeit war.

Es gibt andere und wesentlich wichtigere Probleme!? Ja sicher! Aber weshalb musste das erst ein Problem werden – gerade weil wichtigere existieren? Und wann und wie wird diesem begegnet?
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