Opfer Stromverteilerkästen – wenn Kabelschränke das Ziel sinnloser Beschädigung werden

„Wir hatten Langeweile“, oder „Das ist doch nur irgendein Kasten“ – solche Aussagen hören die Mitarbeiter der Stadtwerke Gotha GmbH oft, wenn sie Jugendliche beim Beschmieren eines Stromverteilers erwischen. Ähnlich dreist agieren Auto- und LKW-Fahrer, die beim Rangieren versehentlich einen solchen rund einen Meter hohen Schrank beschädigen. Statt ehrlicher Worte und einem Anruf bleibt meist nur der Schaden – vom „Künstler“ oder Unfallverursacher keine Spur.

Gerald Schmidt und seine Kollegen kontrollieren regelmäßig die rund 1.200 Kabelverteilerschränke in der Residenzstadt und Umgebung. Er arbeitet als Meister im Bereich Netzservice und erlebt jedes Jahr solche Kuriositäten. „Unsere Stromverteilerkästen dienen als Knoten- und Schaltpunkte für die angrenzenden Straßenzüge – werden diese wie erst kürzlich in der Dreikronengasse beschädigt, erfahren wir das oft nur durch Routinekontrollen oder Anrufe von Kunden, die eine Störung melden.“ Ganz ungefährlich sei eine solche Beschädigung nicht, warnt der 45-jährige technische Mitarbeiter: „Ist das Gehäuse kaputt, liegen die Niederspannungsleitungen frei und können beim Berühren Kinder oder Tiere erheblich verletzen!“ Doch selbst wenn nichts passiert, sind anliegende Haushalte und Gewerbetreibende die Leidtragenden. Reparaturen und Störungen verursachen Abschaltungen, die auch Tage oder Wochen später erfolgen können, wenn Regen- oder Spritzwasser in die Schaltschränke eingedrungen ist. Daher ist es nicht nur für die Stadtwerke sondern auch für die Bürger wichtig, Schäden zu melden. „Je schneller wir von einer Beschädigung wissen, desto schneller können wir reagieren und Schlimmeres vermeiden“, sagt Gerald Schmidt. Er wünscht sich mehr Ehrlichkeit und Zivilcourage von den Unfallverursachern selbst sowie den Bürgern und Passanten, die so etwas beobachten.

„Irgendeiner hat immer etwas gesehen und meist kommt es hinter vorgehaltener Hand ohnehin heraus“, so Schmidt. Dann drohen ein Verfahren wegen Fahrerflucht und die Übernahme der Kosten, welche sonst in der Regel die Haftpflichtversicherung übernimmt. Findet sich keiner, kommen die Stadtwerke für den Schaden auf und damit jeder, der von dem kommunalen Energieversorger Strom oder Vereins-, Projekt- und Nachwuchsförderung bezieht. „Wir sind für jeden Anruf oder Hinweis dankbar“, betont Gerald Schmidt und fügt schmunzelnd hinzu: „Schade, dass sich diese Schmierfinken nicht an unseren Gestaltungsaktionen für die Verteilerkästen beteiligen!“
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