Peter-Jürgen Klippstein auf der Spur der Ahnen

Hobby-Ahnenforscher Peter-Jürgen Klippstein begibt sich gern in längst vergangene Zeiten. Besonders stolz ist er auf die alten Familienfotos, zu denen er eine Menge zu erzählen hat.
 

Zurück bis zu Adam und Eva: So wie Peter-Jürgen Klippstein befassen sich einige Thüringer mit Ahnenforschung.


Stammbaum bis Adam und Eva



Im Grunde lässt sich jeder Stammbaum eines Menschen bis zu Adam und Eva zurückverfolgen. Wenn es denn gelänge, die Daten sämtlicher Vorfahren ausfindig zu machen. Das ist ein schwieriges Unterfangen - und praktisch nicht durchführbar. Peter-Jürgen Klippstein weiß, wovon er redet. In den vergangenen drei Jahrzehnten hat er sich durch unzählige Kirchenbücher und Archive gewühlt, alte Bürgerlisten durchforstet, Kauflisten besehen. Auf der Suche nach seinen Ahnen. „Es ist doch ganz normal, dass man sich mit seiner Herkunft befasst“, sagt der ehemalige Schulleiter und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Genealogie Thüringen. Die besteht jetzt im 31. Jahr.

Erster Anlaufpunkt: Die Familie



Zuerst, so erzählt Peter-Jürgen Klippstein, erforsche jeder, der im Verein mitmacht, die eigene Familie, das liegt nahe. „Wie man dabei vorgeht, dafür gibt es keine Vorschriften“, sagt der erfahrene Ahnenforscher. Er rät jedem, der die Vergangenheit erkunden will, erst einmal in seinem familiären Umfeld nachzufragen. Dazu gehört es auch, alte Bilder zu sichten und zu beschriften. Schon jetzt fällt es oft schwer, alle Personen darauf zuzuordnen.

Im Falle der Familie Klippstein hat es Peter-Jürgen sehr geholfen, die Verlustlisten aus dem Ersten Weltkrieg zu sichten. Zum Glück sind diese neun Millionen Datensätze in einer gewaltigen Sysyphusarbeit im Computer erfasst worden. „Für meine Familie habe ich da alles Wichtige gefunden“, sagt er. Allerdings warnt er davor, bereits erforschte Daten unbesehen zu übernehmen. Er glaubt lieber dem Original. Das allerdings ist nicht immer einfach zu finden. Alte Archivarien wie zum Beispiel Kirchenbücher, so weiß er, sind ein guter Ansatzpunkt. „Die reichen im Allgemeinen weit zurück, manche bis zum 30-jährigen Krieg oder sogar bis 1550.“

Bis ins 16. Jahrhundert



Seine eigene Familiengeschichte konnte Peter-Jürgen Klippstein bis ins Jahr 1547 zurückverfolgen, bei seinen Nachforschungen ist er auf ein paar vereinzelte Einträge aus dem 16. Jahrhundert gestoßen. Fünf Klippstein-Linien wurden zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges begründet. Die Brüder Fritz, Martin und Johannes sind Vorfahren von Peter-Jürgen. Auch mit dem in Mühlhausen bekannten und verehrten Tilesius, ein bedeutender Anhänger der Reformation, verbinden ihn familiäre Wurzeln. Und wenn er von einem seiner Vorfahrer liest, dass er einst Gemeindeschreiber war, andere Lehrer geworden sind, freut sich der Klippstein der Gegenwart über Parallelen. Vor seiner Pensionierung war er Lehrer und Schulleiter, heute gibt er das Mitteilungsblatt seines Vereins heraus.

Es hört nie auf



“Man wird nie wirklich fertig mit dem Forschen“, weiß der Hobby-Genealoge aus eigener Erfahrung. Eigentlich habe er für seine Familie alles Nötige herausgefunden, sogar zwei dicke Bände einer Chronik erstellt. Doch manchmal wüsste er hier und da doch gern mehr. Dann, wenn er in dem immer größer werdenden Stammbaum auf einen 'toten Punkt' stößt. Das ist eine Stelle, an der die Ahnenforscher mit ihren Recherchen nicht weiterkommen. Weil zum Beispiel ein uneheliches Kind zur Welt kam und die nötigen Angaben fehlen.

Warnung vor der "Sucht"



“Mit jeder Generation verdoppeln sich die Vorfahren“, spricht Peter-Jürgen Klippstein über unzählige Forschungsansätze. Auf den Spuren der eigenen Vorfahren zu sein, ist für ihn viel mehr als eine reine Privatsache: „Über die Familie erlebt man Weltgeschichte. Vielleicht war einer der Ahnen mit Napoleon in Russland oder ein anderer war dabei, als Amerika entdeckt wurde.“ Es ist eine spannende Angelegenheit, sich mit der eigenen Familie so intensiv zu befassen, Geschichte auf diese Art zu erfahren. „Ich kann nur jeden warnen, damit anzufangen“, sagt Peter-Jürgen Klippstein augenzwinkernd. Die Erklärung für die Warnung hat er sofort parat: „Es lässt einen einfach nicht mehr los, man wird süchtig danach, immer mehr zu erfahren!“

Außerdem braucht ein solches Hobby viel Zeit. Seine Frau hat es längst akzeptiert, dass ihr Mann so oft in der Vergangenheit unterwegs ist, sich zusätzlich mit Wappenkunde befasst. Manchmal begleitet sie ihn sogar auf seinen Erkundungstouren. Die unternimmt Peter-Jürgen Klippstein so oft es geht. Die Familienchronik möchte er noch mit Band Nummer drei und vier vervollständigen, für die bestehenden hat er inzwischen jede Menge Ergänzungen. „Ich habe noch genug zu tun“, verspricht der 70-Jährige.




Ahnenforschung in Thüringen:



Zur AG Genealogie Thüringen e.V. gehören Gruppen aus verschiedenen Orten. So treffen sich außer in Erfurt Hobby-Ahnenforscher, die sich auch mit Wappen- und Heimatkunde befassen, regelmäßig in Gotha, Nordhausen, Mühlhausen oder Südthüringen. Es gibt auch Ahnenforscher in Gera und Weimar. Genaue Termine und weitere Informationen: www.genealogie-thueringen.de.

Der Verein richtet - zum dritten Mal - den Deutschen Genealogentag aus: Vom 2. bis 4. Oktober kommen etwa 1000 Familienforscher zum Erfahrungsaustausch nach Gotha.
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