Riesenspinnen im Kindergarten - Keine Scheu bei Zwergen und Strolchen in Ballstädt

Oh wie schön!“ Elenor (4) untersucht genau die indische Gottesanbeterin auf ihrer Hand. Die „Welt der Riesenspinnen“ besuchte am Mittwoch die Kita Zwerge & Strolche in Ballstädt.
Ballstädt. Wer große Angst vor Krabbeltieren hat, wäre am vergangenen Mittwoch im Kindergarten Zwerge und Strolche in Ballstädt falsch gewesen. Hier untersuchten rund 30 neugierige Ein- bis Sechsjährige eine Vielzahl von Spinnen und anderen Insekten, lernten ihre Lebensräume und Gewohnheiten und ihr Lieblingsfutter kennen. Wer mit großem Geschrei rechnete, hatte weit gefehlt. Der Entdeckerdrang der Kinder war größer und einige Mutige nahmen sogar die Insekten auf die Hand.


Sean Renz (20) und Johsy Noldin (18) touren seit einigen Jahren mit ihrer Ausstellung “Welt der Riesenspinnen” durch Deutschland. Der gebürtige Hesse kam schon früh über die Reptilien seines Großvaters an seine außergewöhnliche Leidenschaft. Voller Hingabe kümmert er sich mit seiner Partnerin darum, dass seine Tiere auch auf Reisen in ihren natürlichen Umgebungen mit hoher Luftfeuchtigkeit leben können. „Die Vorlieben sind völlig unterschiedlich – manche brauchen es dauerhaft 25 Grad warm, andere wie unsere Skorpione bevorzugen 40 Grad Celsius in ihren Terrarien.“


Nicht jedes Tier ist dafür geeignet, auf die Hand genommen zu werden. Die größte Spinne der Ausstellung, eine brasilianische Riesenvogelspinne, ist mit ihren langen Beinen größer als zwei nebeneinander gehaltene große Hände. Allein ihr Körper misst 9 bis 10 Zentimeter. „ Unsere Riesenvogelspinne hier ist für ihre Art sehr friedlich – ihr Kollege zuhause ist da schon etwas angriffslustiger“, erzählt Renz amüsiert. „Solche Tiere geben wir den Kindern natürlich nicht in die Hand!“ Auch wenn manche das gern einmal testen würden. „Der anfänglichen Scheu weicht schnell die Neugier“, berichtet der 20-jährige Spinnenliebhaber. „99 Prozent der Gäste, die selbst sagen, sie hätten Angst oder Ekel vor Spinnen, nehmen nach einigen Minuten gern unser Angebot an und die Tiere auf die Hand.“ Gerade Kinder reagierten sehr aufgeschlossen. „Sie haben so große Tiere oft noch nie gesehen, denn sie sind in unseren Kreisen nicht verbreitet.“


Mit seiner Partnerin zieht er durch ganz Deutschland – in diesem Jahr besuchen sie unter der Woche vorrangig Kindergärten und Schulen gegen geringe Unkostenbeiträge, an den Wochenenden gastiert die Ausstellung in Bürgerhäusern und Stadthallen. „Leider wurde hier im Landkreis das Angebot bisher nicht so gut in den Behörden angenommen“, bedauert Renz und vermutet: „Vielleicht mögen die Damen in den Rathäusern und Stadtverwaltungen keine Spinnen?“
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