Samba trifft Fußball: Giselle Guanaes bringt ein Stück Brasilien nach Thüringen

Brasilien ohne Fußball? „Das gibt es nicht!“ Giselle Guanaes muss es wissen. Wenn die Brasilianerin an ihre Kindheit denkt, ist die Erinnerung immer auch mit Fußball verbunden. Keine Weltmeisterschaft, die das Mädchen nicht mit glühenden Augen verfolgt hätte. So wie die gesamte Familie, die Nachbarn, die Stadt, das Land - alle eben. Und gespielt wird Fußball dort sowieso überall.

„Ich bin heute noch fußballverrückt, das hört wohl nie auf“, gibt die seit 27 Jahren in Deutschland (davon 20 Jahre in Erfurt) lebende Künstlerin zu. Deshalb verfolgt sie auch die Fußball-Weltmeisterschaft. Für die ihr Land Gastgeber ist. „Obwohl ich ja schon fast Thüringerin bin“, sagt sie, gut 9500 Kilometer von zu Hause entfernt. „Die Weltmeisterschaft ist etwas, das die Menschen überall verbindet, sie bringt eine große positive Energie mit sich. Sie gemeinsam mit anderen zu genießen, ist das Beste, was es gibt“, weiß Giselle aus eigener Erfahrung.

Fußball ist Kunst



Ein wenig, überlegt sie laut und denkt an den berühmten Pelé oder Beckenbauer, sei Fußball nicht nur Sport, sondern auch Kunst. Mit letzterer kennt sie sich natürlich noch besser aus. Vor über sechs Jahren gründete die Brasilianerin in der Erfurter Riethschule ihre „Kunstfabrik“. Zweimal in der Woche verwirklicht sie dort, unterstützt von Diplom-Designerin Antje Schönthal, gemeinsam mit rund 80 Grundschülern kleine und größere, vor allem farbenfrohe und ehrgeizige Kunstprojekte.

Fernes, nahes Brasilien



Schon seit Wochen hält Brasilien Einzug in das schulische Kunstatelier. „Sambaschule“ heißt das aktuelle Projekt, in dem sich alles um Brasiliens zweite Leidenschaft dreht. Da wurden Kostüme und Kopfschmuck genäht und gebastelt, tanzen geübt und der große Auftritt zum Schulfest vorbereitet. So ‚ganz nebenbei‘ erfahren die Mädchen und Jungen ganz viel über das ferne Land und dessen Bewohner. „Giselle bringt so eine wunderbare Leichtigkeit hier herein“, freut sich Antje Schönthal über das fröhliche, lernbegierige Miteinander von Groß und Klein, Deutschen und der Brasilianerin.

Daumendrücken auch für Brasilien



Inzwischen halten Marc, Celina und die meisten anderen nicht mehr nur der deutschen Elf ganz fest die Daumen. Die Brasilianer dürfen es ruhig ins Finale schaffen. Dort müssen sie ja nicht gewinnen. Und Giselle selbst, für wen schlägt ihr Herz? Bei den deutschen Spielen für die Deutschen, bei den brasilianischen für die Seleção. Problematisch wird es nur, wenn beide aufeinandertreffen „Ach was, ich bin für beide. Verlieren kann ich da auf keinen Fall!“
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