Sein langer Weg zu Gott: Frank Seefeldt lässt sich in der Osternacht taufen

Frank Seefeldt hat sich dafür entschieden, sich taufen zu lassen. Nun steht der große Tag kurz bevor - in der Osternacht wird er im Erfurter Dom getauft.
 
Frank Seefeldt im Erfurter Dom.
Erfurt: Dom | Dreizehn erwachsene Thüringer aus Kirchengemeinden in Erfurt, Gotha, Jena, Eisenach, Nordhausen und Teistungen werden in der Osternacht getauft und damit Mitglieder der katholischen Kirche. Einer von ihnen ist Frank Seefeldt aus Erfurt.


Ganz oder gar nicht. Die Erkenntnis trifft ihn beinahe wie eine Erleuchtung. Nun weiß Frank Seefeldt, was er will. Vollkommen dazugehören möchte er zu denen, die an Gott glauben, sich zu diesem Glauben vor aller Augen bekennen, eins werden mit den Gleichgesinnten. Frank Seefeldt lässt sich in der Osternacht im Erfurter Dom taufen, so wie zwölf andere erwachsene Thüringer auch, die erst Jahre nach ihrer Kindheit den Weg, einen langen Weg, zu Gott gefunden haben.


Zu Hause bei ihm, erinnert sich der heutige IT-Kundenberater an seine Kindheit, habe der Glaube keine große Rolle gespielt. Der Vater, evangelisch getauft, will seinen Kindern nichts aufzwingen, sie später selbst entscheiden lassen. Als Frank gerade 18 ist, schenkt ihm jemand eine Bibel. Er erinnert sich an den Sommerabend und die kirchliche Veranstaltung, an die Gespräche eines Jungen und eines Mädchens. „Sie hatten etwas gefunden, wonach ich noch auf der Suche war. Sie hatten Gott und einander gefunden. Sie strahlten ein unheimliches Glücksgefühl aus.“ Fortan ist die Bibel Frank Seefeldts ständiger Begleiter. Genau wie die Fragen, die immer mehr werden. Wer und was ist Gott, was bedeutet Glauben, gibt es ein Leben nach dem Tod? Als er später zur Bundeswehr geht und die Fragen mehr werden, findet er noch immer keine befriedigenden Antworten. Die Bibel hilft ihm, doch fündig zu werden, besser mit allem zurechtzukommen. Bei seinem Betriebswirtschaftsstudium genauso wie später bei der Entscheidung, das Studium der Mathematik und Physik nicht fortzusetzen. „Den richtigen Schritt zu gehen, dabei hat mir das Bibellesen geholfen“, weiß Frank Seefeldt. „Die Botschaft, egal was passiert, es geht irgendwie weiter, hat mir unheimlich viel Kraft und Mut gegeben“, fügt er hinzu.

Es tut gut, Bibelworte zu hören


Eines Tages zieht es den jungen Mann sonntags zur Messe in den Dom. Es ist schön und gut für ihn, die Worte aus der Bibel zu hören, gemeinsam zu singen, sich die Hand zu reichen, Frieden zu wünschen, etwas von seinem Überfluss abzugeben. Es fühlt sich so richtig an. Er beginnt, tiefgründig über das Leben nachzudenken, betrachtet vieles aus einem neuen Blickwinkel, bekommt immer wieder Denkanstöße. „Es tut gut, dort zu sein“, stellt er immer wieder fest. In der Gemeinde fühlt er sich aufgehoben. Stück für Stück, immer mehr, lässt er den Glauben in sein Leben.

Den Weg dazu geht Frank Seefeldt bewusst, er merkt, wie er sich dabei verändert. Seine Wertmaßstäbe seien heute andere, erzählt er. Barmherzigkeit und Nächsten­liebe sind ihm sehr wichtig. Er hat gelernt, sich zu akzeptieren, wie er ist und sich trotzdem selbst zu hinterfragen. Er wird gelassener, sieht in den Schwächen anderer durchaus Stärken, lässt ihnen ihren Raum. „Mein Leben ist einfach viel besser geworden“, lautet Frank Seefeldts Fazit, seit er den Glauben und die Gemeinsamkeit in der Gemeinde für sich entdeckt hat.

Eine intensive Zeit


Für ihn ist es ein logischer Schritt, sich nun taufen zu lassen. Die Vorbereitungszeit dafür war eine sehr intensive. Wie auch die Gespräche mit seinen Freunden. Ein normaler Mensch glaube doch nicht an Gott, muss er immer wieder hören. Er spricht gern mit­ ­ihnen über seine Beweggründe. „Für mich gehört es einfach dazu, meinen Glauben auch nach außen zu tragen“, formuliert Frank Seefeldt eine Selbstverständlichkeit. Glauben heißt, sich zu bekennen. „Es ist etwas, das du lebst! Etwas, das einfach gut ist!“ Für Frank Seefeldt ist die Taufe der Abschluss eines langen Weges. Und der Beginn von etwas Neuem.



Frank Seefeldts Weg zum Glauben


Frank Seefeldt hat aufgeschrieben, wie er zu Gott fand. Auszüge aus seiner Schrift "Mein Weg zum Glauben":


Für mich ist es eine lebensentscheidende Frage, nach welchen Werten, Maßstäben und Zielen man sein Leben ausrichtet, damit es möglichst sinn-erfüllt und glücklich ist und auch bleibt...

So saß ich an einem Sommerabend bei einer kirchlichen Veranstaltung... Neben mich setzte sich erst ein Mädchen, kurz darauf ein Junge auf die andere... Sie hatten etwas gefunden, wonach ich noch auf der Suche war. Sie hatten Gott und einander gefunden, sie hatten Liebe gefunden. Sie strahlten ein unheimliches Glücksgefühl aus. Hier bekam ich auch eine Bibel geschenkt, die mich auch heute noch begleitet...

Eine weitere Erinnerung habe ich an die Zeit bei der Bundeswehr... Ich war damals schon etwas enttäuscht, auf meine vielen, teilweise ungläubigen Fragen und Aussagen, scheinbar keine richtige Antwort zu bekommen...

Eine Zeit, in der ich mich sehr intensiv mit der Bibel beschäftigt habe, war auch während des zweiten Studiums Mathematik / Physik Lehramt... Die Vorlesungen waren größtenteils alles andere als interessant für mich... Dennoch versuchte ich eine gewisse Zeit, es irgendwie zu schaffen... Den richtigen Schritt zu gehen, das Studium abzubrechen, dabei hat mir das Bibellesen geholfen. Die Botschaft, egal was passiert, es geht immer irgendwie weiter, hat mir unheimlich viel Kraft und Mut gegeben. Das war eine wichtige Erfahrung für mich.

Wieder hier in Erfurt, habe ich begonnen, sonntags zur Messe in den Dom zu gehen. Es tat unheimlich gut, die Worte aus der Bibel zu hören, zusammen zu singen, zu beten, sich die Hand zu geben, Frieden zu wünschen und etwas von seinem Überfluss abzugeben. Mir wurde auch bewusst, dass mir noch etwas fehlte: wirkliche Gemeinschaft im Glauben.



Dann sah ich ein Plakat im Dom mit der Aufschrift Alpha-Kurs, darauf stand: für alle, die auf der Suche nach Antworten im Glauben und nach dem Sinn im Leben sind. Das hat mich unheimlich angesprochen... Die Einladung, nach Beendigung des Alpha-Kurses an einem Hauskreis teilzunehmen, also den Weg weiterzugehen, war ein sehr interessantes Angebot, das ich gern annahm. In dem Miteinander im Hauskreis habe ich sehr viel über Gott, Jesus Christus und auch über mich selbst erfahren...

Von da an war es der Wunsch, richtig dazuzugehören, also den Schritt zur Taufe zu gehen... Bei der Vorbereitung zur Taufe finde ich den Bezug zum wirklichen Leben und wie sich ein lebendiger Glaube darin widerspiegelt sehr faszinierend.



Stichwort Taufe


Dreizehn erwachsene Thüringer aus Kirchengemeinden in Erfurt, Gotha, Jena, Eisenach, Nordhausen und Teistungen werden in der Osternacht getauft und damit Mitglieder der katholischen Kirche.

Hinter diesen Erwachsenen liegt eine längere Vorbereitungszeit, das Katechumenat. Schon in der alten Kirche kam die Einsicht auf, dass der Weg zum Glauben ein Wachstumsprozess ist, der der Begleitung und Unterweisung bedarf. So soll den Katechumenen, den Teilnehmern am Katechumenat, möglich werden, in die Praxis des Glaubens und in die Gemeinschaft der Kirche hineinzuwachsen.

Das Katechumenat vollzieht sich nicht nur intellektuell, auch wenn die Einführung in die Inhalte des Glaubens dazu gehört. Nicht weniger entscheidend ist die Teilnahme der Katechumenen am Gemeindeleben. Hier werden sie nicht nur mit den Gottesdiensten und den Feiern im Kirchenjahr vertraut, hier erfahren sie auch Unterstützung und Begleitung durch die Gemeinde und ihre Mitglieder: Gebete und Segnungen, eigens für die Katechumenen ausgerichtete Gottesdienste, Gespräche und Erfahrungsaustausch.


Die Taufe ist eines von sieben Sakramenten der katholischen Kirche und steht am Anfang der Eingliederung (Initiation) in die Kirche. Der Prozess der Eingliederung erfolgt mehrstufig und ist erst mit dem Empfang des Firmsakramentes, das die Taufe vollendet, und der Eucharistie ganz vollzogen. Taufe, Firmung und Eucharistie heißen darum auch Initiationssakramente. Erwachsene Taufbewerber empfangen die Initiationssakramente meist in ein und demselben Gottesdienst.

Getauft wird durch Übergießen mit Wasser oder durch Untertauchen des Täuflings. Außerdem gehören zur Feier der Taufe neben dem Taufakt Gebet, Predigt, Glaubensbekenntnis, Fürbitten und Gesänge.

Im Verständnis der Kirche beginnt mit der Taufe ein neues Leben: Gott nimmt sich des Täuflings als Kind an. Dem Getauften sind die Sünden vergeben, der Tod als Folge der Sünde hat durch den Tod und die Auferstehung Jesu keine Macht mehr über ihn. In der Gemeinschaft der Gläubigen kann er so nach dem Vorbild Jesu und aus dem Geist Gottes leben.Unabhängig davon, ob die Täuflinge als Kinder oder Erwachsene getauft werden, ist die Taufe kein punktuelles Geschehen. Die Gläubigen sind immer wieder gefordert, sich an sie zu erinnern und ihre Glaubenspraxis dementsprechend zu erneuern.


(Stichwort Taufe: Quelle Bistum Erfurt)
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