Sportliche Gaudi - FFW Waltersleben

Feuerwehrnachwuchs, Franz (2) aus Waltersleben.
 
Akribischer Aufbau: Alles hat seinen festen Platz.
Erfurt: Wiese |

Um den 4. Nachtpokal im Löschangriff kämpften 14 Freiwillige Feuerwehren in Waltersleben




Man nehme - ein 95 Meter langes Stück Rasen, ein 2 x 2 Meter großes flaches Podest, 1000-Liter- Wasser-Behälter, zwei Zieleinrichtungen, Zeitnahme... einige Feuerwehren und fertig ist der Löschangriff. Kommen Scheinwerfer, Powermoon und Lagerfeuerromantik hinzu, wird um einen Nachtpokal gekämpft.
Zum vierten Mal lud die Freiwillige Feuerwehr Erfurt-Waltersleben am Samstag zu dieser feuerwehrsportlichen Aktivität mit Spaßfaktor ein. In diesem Jahr reisten 14 Wehren - darunter eine Frauenwehr - aus sechs Thüringer Kreisen und Städten an.

„Solche Abendwettkämpfe werden besser angenommen, da ja die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren in der Woche arbeiten gehen“, sagt Maik Wagner, Gruppenführer der FFW Waltersleben und Organisator des Nachtpokals.

Gestartet wurden vergangenen Samstagabend insgesamt 27 Wertungsläufe mit alter und neuer Pumpe (DDR TS8 / DIN TS 8). Dabei galt es, mit sieben Startern und zwei Strahlrohren, die zwei Zielbehälter a zehn Liter in kürzester Zeit zu füllen.

Die jeweils besten zwei Teams der beiden Kategorien bestritten am Ende einzeln die Finalläufe gegen die Uhr. Dabei wurde die Pumpe gestellt, damit alle die gleichen Bedingungen hatten.
Den Endlauf erreichten die Wehren aus Frienstedt, Jecha, Wipfra und Waltersleben. Mit einer Superzeit von 29.01 Sekunden konnte der Gastgeber - nach dem Sieg im Vorjahr - den „Wanderpokal der Witzki & Grimm GmbH“ verteidigen. Die Wehr aus Wipfra (30.24 Sekunden) wurde Zweite vor Jecha (30.65 Sekunden). Da die Gügleberinnen als einzige Frauenwehr antraten, verdienten sie sich ihren eigenen Pokal.

Zwei Scheinwerfer leuchten den kurzgeschnittenen Rasen an der leichten Hanglage aus. Das Ziel ist mit einer Lichterkette umrahmt und schwer auszumachen. Akribisch bereiten die ersten sieben Starter der Walterslebener Wehr ihre Ausrüstung auf dem Podest vor. Zwei Kampfrichter kontrollieren, ob alles regelkonform ist. Freigabe. In Linie aufgestellt, die Nervosität steigt. Punkt 21 Uhr fällt die erste Startklappe in der noch jungen Dunkelheit. Die Feuerwehrleute sprinten los. Alles scheint wie am Schnürchen zu laufen. Schnell füllen sich die Schläuche mit Wasser - die zwei Ziele sind angepeilt. O schreck, die Pumpe stottert - ein Zylinder streikt. Der Druck fällt ab, doch die Zieleinrichtung wird ausgelöst. Beide roten Lampen leuchten auf. Auf der elektronischen Anzeigetafel stehen 37.34 Sekunden. Trotz der kleinen Panne heißt das am Ende für die gastgebende Wehr Platz zwei im Wertungslauf mit der alten Pumpe.

Solche Patzer sind die Würze dieser Wettkämpfe. So erwischte es auch die weitangereisteste Wehr aus Niedersachswerfen. Gleich zu Beginn durch einen Sturz gehandicapt, sprang am Ende dennoch Platz 6 im Wettbewerb mit der alten Pumpe heraus. Feuchter ging es bei den Kameraden aus Haarhausen zu. Am Verteiler löste sich ein C-Schlauch. Ein Strahlrohr blieb so längere Zeit trocken, dafür hatte der Melder in der Mitte des Parcours mit der
Wasserfontäne zu kämpfen. Das reichte im Lauf mit der alten Pumpe zu Rang 7. Die Starter aus Zeutsch bekamen das Nass erst gar nicht soweit. Sie blieben im ersten Lauf ohne Wertung wie die Frienstedter. Diese gaben im Finallauf auf, wurden aber dennoch Gesamtvierter des Pokalwettkampfes 2012.

Nach dem Reiz des nächtlichen Feuerwehrsports befragt, sagt der Wehrführer aus Waltersleben Mirko Rißland: „In der Dunkelheit sind die Zielgeräte nicht klar erkennbar. Das ist schwierig. Und am Abend ist es halt ein Gaudi, vor einem ausgelassenen Publikum zu starten. Die Volksfeststimmung überträgt sich und trotzdem werden sportliche Höchstleistungen erbracht.“

Das honorierten auch die rund 150 großen und kleine Gäste, die sich sichtlich wohlfühlten in der lauen Sommernacht und einen gemütlichen spannungsreichen Abend - manche bis zur Siegerehrung gegen 0.45 Uhr - verlebten.



Starter und Platzierung neue Pumpe

Ort Stadt/Kreis Sekunden
1. Jecha Sondershausen 27.88
2. Wipfra Ilm-Kreis 30.49
3. Frienstedt Erfurt 31.02
4. Waltersleben Erfurt 31.20
5. Haarhausen Ilm-Kreis 33.40
6. Gügleben (Männer) Ilm-Kreis 35.07
7. Schmerfeld Ilm-Kreis 43.38
8. Zeutsch Saalfeld/Rud. 47.25
9. Gügleben (Frauen Ilm-Kreis 47.59
10. Neusiß Ilm-Kreis 51.87
11. Kranichfeld Weimarer Land 52.07
12. Bechstedt-Wagd Ilm-Kreis 54.66
13. Teichel Saalfeld/Rud. Ohne Wertung

Starter und Platzierung alte Pumpe

1. Jecha Sondershausen 43.15
2. Waltersleben Erfurt 37.34
3. Frienstedt Erfurt 38.81
4. Bechstedt-Wagd Ilm-Kreis 43.57
5. Schmerfeld Ilm-Kreis 44.80
6. Niedersachswerfen Landkreis NDH 52.76
7. Haarhausen Ilm-Kreis 53.99
8. Teichel Saalfeld/Rud. 54.67
9. Wipfra Ilm-Kreis 59.87
10. Zeutsch Saalfeld/Rud. Ohne Wertung



Finalläufe

1. Waltersleben Erfurt 29.01
2. Wipfra Ilm-Kreis 30.24
3. Jecha Sondershausen 30.65
4. Frienstedt Erfurt ohne Wertung


Zur Sache: In der Freiwilligen Feuerwehr Waltersleben sind 27 Kameraden in der Einsatzabteilung aktiv. In der Ehrenabteilung sind 6 Kameraden und die Jugendwehr trainieren 11 Nachwuchskameraden.
Infos: www.ffw-waltersleben.de
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