Sternstunde für die Menschheit

Wohin das Auge schaut: Allerorten Sterne. Seit Wochen schon stimmen uns Papiersterne, Strohsterne, Zimtsterne und Leuchtsterne auf Weihnachten ein. Kenner schätzen den "Herrnhuter Stern", der vor über 160 Jahren erstmals Gestalt erhielt. Dessen ebenmäßig mathematisch präzise Form mit insgesamt 25 Zacken schuf ein Lehrer der damaligen Bildungsanstalt der "Herrnhuter Brüdergemeine" in der Oberlausitz. Inzwischen werden in der dortigen Manufaktur 240 000 Stück in über sechzig verschiedenen Ausführungen gefertigt.

Heute leuchtet ein solcher Stern in vielen Wohnungen und grüßt von manchem Kirchturm. Ein besonders großer Stern mit 1,90 Metern Durchmesser strahlt aus der Kuppel der Dresdener Frauenkirche. Der größte bisher gefertigte "Original Herrnhuter" mit 2,50 Metern hängt im Bundeskanzleramt.

Als Symbol für den Stern aus der biblischen Weihnachtsgeschichte verkündet er mit seinem sanften Licht die christliche Botschaft der Hoffnung. Im Evangelium nach Matthäus heißt es: "Als Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten."

Doch nicht in der prachtvollen Hauptstadt Jerusalem, sondern im schlichten Bethlehem fanden sie den, den sie suchten. Jene Weisen aus dem Morgenland waren hochstehende Wissenschaftler im Range von Staatsbeamten. Kluge Köpfe also. Sie hatten einen langen Weg durch die Wüste hinter sich bis ihnen das Ziel vor Augen stand: "Als sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe."

Derzeit erklärt uns die Wissenschaft den Stern von Bethlehem als seltene Planetenkonstellation von Jupiter und Saturn im Sternbild Fische. Wir brauchen heute nicht den Blick auf die Sterne, sondern können es in der Bibel lesen und im Gottesdienst hören: "Christ, der Retter ist da." Gott greift in das Räderwerk von Not und Gewalt. Er kommt selbst in die Welt. Er kommt nicht mit Pauken und Trompeten, erst recht nicht mit Kanonen und Kriegsgeschrei. Er wird Mensch und kommt als Kind in schlichte Verhältnisse.

Der Allmächtige erscheint unter uns ohnmächtig wie ein Neugeborenes in Windeln. Jahre später wird das Kind in der Krippe als Gekreuzigter enden. Noch mehr: Weihnachten wird uns Ostern geschenkt. Geburt, Tod und Auferstehung gehören zusammen. Und so beginnt inmitten der alten Welt Gottes neue Welt, auch heute und hier.

Das ist eine Sternstunde für die Menschheit, ein Moment der Weltgeschichte, der alles ändert. Die Politiker sprechen manchmal von einer "Sternstunde im Bundestag", wenn über Parteigrenzen hinweg ehrlich Meinungen ausgetauscht werden. Wir kennen Sternstunden aus unserem Leben, Augenblicke, da der Himmel auf der Erde kommt: Die erste große Liebe, eine unerwartete Hilfe in der Not, eine wunderbare Begegnung. Weihnachten wird zur persönlichen Sternstunde, wenn wir uns neu auf den Glauben an Jesus Christus einlassen, bitten und vertrauen, dass er heilende Neuanfänge schenkt. Lassen Sie dieses Christfest 2014 zu Ihrer Sternstunde werden.

Gesegnete Feiertage!
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