Tom Cruise auf der Couch - Promi-Psychologin Alina Wilms analysiert das Leben der Stars

Die Erfurter Psychologin Dr. Alina Wilms analysiert im blauen Praxiszimmer der "Villa Harmonie" das Leben der Prominenten.
 
Dr. Alina Wilms, Promi-Psychologin: "Die Prominenten leiden meistens unter Wohlstandsneurosen."
Erfurt: Villa Harmonie | Im Wartezimmer von Alina Wilms duftet es nach Vanille. Im Flachbild-Fernseher knistert ein virtuelles Kaminfeuer. Ein ganz realer Zimmerbrunnen plätschert vor sich hin. Von irgendwoher erklingt klassische Musik. Wer auf dem hippen Sofa Platz nimmt, rutscht auf der Suche nach der Rückenlehne ungewollt in die Patienten-Horizontale. "Keine Angst. In meiner Therapie sitzen die Patienten", beruhigt Wilms. Im Zeitschriftenständer finden sich die Lebensstilmagazine "InTouch" oder "OK" - ihre Redaktionen beauftragen die Promi-Psychologin wöchentlich für ihre Fernanalysen.

Ohne es zu wissen, liegt diesmal US-Schauspieler Tom Cruise auf ihrer Untersuchungscouch. Er hat Ehefrau Katie Holmes in ein Scientology-Camp gesteckt. Enge Freunde der Hollywood-Schönheit kommen im Magazin zu Wort und eben auch Dr. Wilms aus Erfurt. Fernab analysiert sie das Verhalten von Sekten-Cruise: "Der erneute Aufenthalt im Camp könnte zum Ziel haben, Katies Willen zu brechen und sie mental auf Abhängigkeit zu programmieren."

Die "Villa Harmonie" an der Straße des Friedens, in der Alina Wilms arbeitet, hält, was sie verspricht. Sie führt in ein Zimmer, in dem dunkles Holz dominiert. Der Blick fällt auf einen blauen Raum - von den Sofas bis hin zum Läufer. Mit ihren braunen Augen schaut sie gerne über den Tellerrand. Deswegen hat die gebürtige Braunschweigerin gleich in London Psychologie studiert. Die Großstadt ist weltoffen, integrativ, kosmopolitisch - so wie sich Wilms selbst beschreibt. Sie möchte alle Facetten menschlichen Seins ergründen, sich auch in der Psychologie nicht festlegen und einschränken: "Ich bin ein Allrounder." So therapiert Wilms, coacht Politiker, Sportler und Wirtschaftsgrößen, erstellt aber auch Gutachten für Menschen, die betreut werden müssen.

Als Trauma-Therapeutin leitete sie die psychologische Nachsorge des Amoklaufs am Gutenberg- Gymnasium. "Wenn mein Telefon klingelt, ist meistens ein tödlicher Unfall passiert, eine Sparkasse wurde überfallen oder es hat gebrannt." Wenn der Apparat läutet, fürchtet sie eine neue Katastrophe.

Als Ausgleich zu dieser Arbeit als Traumaexpertin analysiert Wilms für die Klatschpresse seit einem halben Jahr das Seelenleben der Reichen und Schönen. Von dieser extremen Welt erhofft sich die Erfurterin viele Erkenntnisse für ihre übrige psychologische Arbeit. "Prominente stehen unter ständiger Beobachtung, da wird Paranoia zu einer gesunden Haltung. Und sie sind so reich, dass sie sich alle Wünsche erfüllen. Das führt oft zu Wohlstandsneurosen."

Einige Berühmtheiten kennt Wilms persönlich, darf und würde aber keinesfalls über sie schreiben - Schweigepflicht. Beauftragen Journalisten sie aber, Angelina Jolie oder Carla Bruni zu analysieren, ergoogelt sie die Fakten, blickt auf den Lebenslauf und die Kindheit, das Verhältnis zu den Eltern, die Liebschaften und Ehen. "Viele Promis leiden unter Beziehungsproblemen. Sie sind unsicher, ob der Partner sie wirklich liebt oder sich nur in ihrem Ruhm sonnt." Wilms hat schnell erkannt: "Promis haben es auch nicht leicht. Also ich bin froh, dass ich nicht berühmt bin."
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