Torsten lässt die Stöcke tanzen

  Ohne seine Stöcke geht er fast nie aus dem Haus. Zwei etwa vierzig Zentimeter lange Handstöcke und der eigentliche Devilstick, ein längerer Holzstab, der sich zur Mitte hin verjüngt.
Torsten Ritter ist ein Meister dieser Stöcke. Er lässt den Stab tanzen und herumwirbeln, fängt ihn mit den Handstöcken sicher auf, um ihn noch höher zu werfen. Torsten selbst dreht sich manchmal dazu, steigt über den rotierenden Stock, setzt sich auf den Boden, steht auf – und lässt das Zauberholz keine Sekunde lang stillstehen.

Bekannt vom RTL-"Supertalent"



Millionen Menschen kennen seit kurzem den fingerfertigen Erfurter. Nach mehreren Anläufen hat er es in der RTL-Show „Das Supertalent“ bis ins Finale geschafft und musste sich nur dem späteren Sieger geschlagen geben.
Ein grandioser Erfolg für den geistig Behinderten. Nicht, weil er ein Handicap hat und ihm auch die Sprache nicht so flott von der Zunge geht. Sondern weil es fast unmöglich ist, sich unter 44 000 Bewerbern so weit nach vorn zu kämpfen.
Torsten Ritter hat es geschafft. Der große Junge strahlt über Anerkennung und liebevolle Worte nach seinen Auftritten.

Einer wie andere



Nicht immer hatte er es leicht im Leben. „Jeder Mensch ist ein Mensch, ob behindert oder nicht“, sehnt sich der junge Stock-Künstler nach Anerkennung. Immer wieder hat er erleben müssen, dass er ausgegrenzt wurde, eine Discothek nicht betreten durfte. Und mit Leuten, die früher wegen seiner Behinderung die Nase rümpften und ihm nun auf die Schulter klopfen, seit man ihn überall kennt, kann er so gar nichts anfangen. Warum, so fragt er sich, muss er erst beweisen, dass er etwas kann? Er möchte akzeptiert werden, so wie er ist. Torsten macht sich tiefgründige Gedanken. Behinderte, so meint er, sollten schon von kleinauf mit den ‚Normalen‘ zusammensein. Gemeinsam lachen, lernen, arbeiten, leben. „Wir haben es doch so schon schwer“, überlegt er laut. Ohne solche Kontakte sei es noch viel schwerer.

Starker junger Mann



Torsten Ritter ist ein Kämpfer. Als er vor vier Jahren zum ersten Mal einen anderen mit den Devilsticks hantieren sieht, packt es ihn. Er guckt sich Tricks im Internet ab, denkt sich selbst etwas aus und übt wie verrückt. Fast alles bringt er sich selbst bei. Es gibt keinen Tag, an dem er nicht trainiert, immer wieder.
Torstens Fleiß trägt Früchte. Längst beherrscht er die Stöcke meisterhaft. Mit seiner liebevoll-geradlinigen Art wirbelt er sich in die Herzen von Jury und Zuschauern.

„Ich soll nicht traurig sein über den zweiten Platz, hat die Jury gesagt. Und dass sie mich gern in Las Vegas gesehen hätten“, erzählt der nach Hause Zurückgekehrte. Dem Sieger wird ein solcher Auftritt ermöglicht.
Doch Torsten schüttelt die ‚Enttäuschung‘ über den 2. Platz ab. Er sieht lieber nach vorn. Und trainiert. „Ich möchte das als Beruf machen, wünsche mir ganz viele Auftritte“, spricht er von seinem innigsten Wunsch. Dafür möchte er alles tun: Noch besser werden, neue Tricks lernen und „trainieren, trainieren, trainieren“, wie er verspricht. Mit einem Trainer würde das noch viel besser gehen, weiß er. Es gibt auch schon einen, der einmal im Monat zu ihm nach Erfurt kommen würde.

Torstens großer Traum



Doch dafür muss Torsten erst einmal Geld auftreiben. Sein Traum ist es, einen Sponsor zu finden, der ihm die Möglichkeit gibt, sich ganz auf sein ehrgeiziges Ziel zu konzentrieren.
Vielleicht, eines Tages, wird der Erfurter Junge ja doch noch die Bühnen in Las Vegas erobern...

Kontakt


Die Internetseite www.torsten-ritter.com ist derzeit im Aufbau. Anfragen für Auftritte bitte per E-Mail unter info@torsten-ritter.com.
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