Wenn der Nazi-Vampir auf die Teenie-Hexe trifft - Thüringer Mutter schreibt Fantasy-Jugendroman

Hexen, ­Vampire und die große Liebe: ­Tochter Lara (12) ist begeistert vom Jugend­roman ihrer Mutter ­Susanna ­Herrmann.
 
Bisher erschienen sind der Frauenkurzroman „Aus dem Leben einer Frau“ (2011)...

Im Fantasy-Jugendroman der Thüringer Hobby-Autorin Susanna Herrmann verliebt sich ein Vampir in eine Hexe.

„Mein Vampir hat einen nationalsozialistischen Hintergrund.“ So ein seltsamer Satz geht Susanna Herrmann erstaunlich leicht über die Lippen. O.k. Die Autorin hat ihn schließlich erfunden, den jungen Soldaten Robert, der im Zweiten Weltkrieg an der Ostfront stirbt und dann zu einem blutsaugenden Untoten wird, der die Nazi-Gräueltaten nicht vergessen kann. Erst die Liebe zu Hexe Ella lässt ihn Jahrzehnte später wieder an die Menschen glauben. Und ganz nebenbei muss das junge Paar auch noch die Welt vor der Schattenkönigin retten. Puh, ganz schön viel Stoff für den ersten Fantasy-Jugendroman der Thüringerin.

„Ich finde das Buch ganz toll. Es ist spannend und ich erkenne mich in manchen Szenen wieder.“ Die zwölfjährige Tochter Lara schwärmt vom Roman ihrer Mutter. ­Susanna Herrmann lächelt. Ziel erreicht. „Es war mir ein inneres Bedürfnis, ein Buch für meine Kinder zu schreiben.“ Sich spannende Geschichten für Teenager auszudenken, fällt der 35-Jährigen nicht schwer. „Das habe ich als Mutter im Gespür, wie die Kinder ticken.“

„Es wäre ein Traum, vom Schreiben leben zu können. Dann würde ich meinen Job an den Nagel hängen.“

Hobby-Autorin Susanna Herrmann


Überhaupt sei ihr das Buch ganz ohne irgendwelche Schreibblockaden schnell von der Hand gegangen. „Die Geschichte habe ich im Kopf. Ich muss nur die Zeit finden, sie aufzuschreiben.“ Das klappt nur im Feierabend nach ihrem Verwaltungsjob, wenn sie ihren Mann und die beiden Kinder aus dem Haus gescheucht hat, das auf dem Land in der Gemeinde Drei Gleichen steht. Beim Schreiben kann sie gut vom Alltag abschalten. „Drei Stunden sind dann ruckizucki ­vergangen. Hinterher habe ich den Kopf frei und fühle mich leichter.“

Die Ideen kommen ihr beim Autofahren oder spät im Bett, wenn sie nicht einschlafen kann. Und manchmal setzt sie sich zum Spaß ins Café, beobachtet die Passanten, denkt sich Geschichten über sie aus. Probleme bereitet ihr höchstens, Namen für ihre Romanfiguren zu finden. Doch die klaut sie sich einfach aus Filmabspännen.

In Petra steckt das Tor zur magischen Welt.



Zugegeben, vielleicht schwimmt die zweifache ­Mutter ein wenig auf der Fantasy-Welle um Vampire und Zauberei mit. Herrmann zuckt mit den Schultern. Schließlich hat sie die Twilight-Saga von Stephenie Meyer ebenso gerne gelesen wie die Harry-Potter-Bücher. Und sie weiß, dass Teenager von diesem Thema auch gar nicht genug bekommen können. „Sogar meine Hauptfigur liest im Roman diese Bücher.“

Das Buch spielt zum großen Teil in Thüringen. Doch auch exotische Orte werden beschrieben. So versteckt sich in der antiken Felsenstadt Petra in Jordanien das Tor zur magischen Welt. „Ich wollte einen Roman, der im Hier und Jetzt spielt.“ Aus Zeitungen hat sie dazu zahlreiche kurze Meldungen ausgeschnitten, die sie ins Buch eingebaut hat. Vermisste Menschen, unbekannte Todesursachen, mysteriöse Unfälle – an den gesammelten Nachrichten aus der realen Welt tragen in ihrem Buch übernatürliche Kräfte die Schuld.

Fortsetzung nicht ausgeschlossen.



Wichtig ist der Hobby-Autorin, dass ihre Figuren während ihres Abenteuers eine Entwicklung erfahren. „Weil Robert das Dritte Reich erlebt hat, weiß er, wozu Menschen fähig sind, was sie anrichten und wie böse sie sein können.“ Erst seine Liebe zu Ella lässt ihn wieder an das Gute glauben. Wie das Buch endet, wird nicht verraten. Nur so viel: Ein kleiner Cliffhanger macht Lust auf eine Fortsetzung. Und: ­Susanna Herrmann steht auf Happy Ends.

Es ist übrigens schon das zweite Buch der 35-Jährigen. Mit ihrem Kurzroman „Aus dem Leben einer Frau“ wollte sie mal testen, wie ihr Schreibstil bei den Lesern ankommt. Die Reaktionen auf die Alltagsgeschichten einer Mutter zwischen Beruf und Familie waren durchweg positiv. Derzeit schreibt sie an der Fortsetzung, die im nächsten Jahr erscheinen soll.

Nach einigen negativen Erfahrungen verlegt die Thüringerin ihre Bücher jetzt selbst. „Mit den Verlagen habe ich eine kleine Odyssee durch. Viele verlegen alles, so lange man sie nur gut dafür bezahlt. Es folgen große Versprechungen zu Marketing und Werbung, doch hinterher passiert nichts. Das fand ich sehr enttäuschend.“ Ihre Bücher sind daher nur auf Bestellungen erhältlich. „Mein Wunsch wäre es aber, wenn ich am Schaufenster eines Buchladens vorbeigehe und dort meinen Roman sehen könnte.“

Kontakt

Auf ­ihrer Facebook-­Seite „Herrmann-Bücher“ veröffentlicht Susanna Herrmann eigene Gedichte und Neuigkeiten zu ihren Romanen.

• Bisher erschienen sind der Frauenkurzroman „Aus dem Leben einer Frau“ (2011) und der Jugendfantasyroman „Licht und Dunkelheit – Die Schattenkönigin“ (2015).
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1 Kommentar
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Tobias Schindegger aus Gotha | 18.08.2016 | 13:43  
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