Wenn die Zeit still steht - Eine Beobachtung am Sonntagnachmittag in Erfurt

Wir gehen Hand in Hand zum Sonntagnachmittag durch unsere Altstadt spazieren. Die Menschen schlendern Sonntags wesentlich mehr herum, als sonst. Man nimmt sich ein wenig mehr Zeit. Die meisten Geschäfte sind geschlossen, die Cafés haben viel zu tun. Viele Menschen warten auf ihre Verabredung, andere haben sich schon gefunden.

Eine entspannte Ruhe liegt in der Luft und man sieht es den Menschen förmlich im Gesicht an, wie sie die Sonnenstrahlung aufsaugen und auftanken für die schon bald kommende Arbeitswoche.
Es bilden sich in der entspannten Situation merkwürdigerweise immer wieder klare Strukturen unter den Fußgängern. Die einen gehen zum Erfurter Dom, die andern natürlich auf der linken Seite, gehen zum Fischmarkt. Wenn man auf der falschen Seite geht, kollidiert man oft mit dem Menschenstrom. Ein immer wieder kehrendes Phänomen des sogenannten „Schwarmverhaltens“.
Eine gewisse Hektik kommt auf, wenn die Straßenbahn auch noch ihren Weg sucht und wir uns enger auf den Bürgersteig aneinander schmiegen.
Durch die Menschenmassen hindurch entdecke ich, nur im Augenwinkel, zwei Menschen bei einer völlig anderen Beschäftigung. Ich tippe meinen Mann an und sage: „Schau mal, da.“ Wir strahlen über das ganze Gesicht. So ein wundervolles Bild von zwei weltvergessenen Menschen, die nichts mehr wahrnehmen, außer das wundervollste was es gibt, sich selbst. Die heiße Liebe, die heller strahlt, als die warme Sonne des Tages. Ganz zarte Berührungen und brodelnde Leidenschaft, welche nur für die beiden bestimmt ist. Ein berauschender Kuss der mehr zu sagen hat, als alle schönen Worte.
Sie bemerken nicht die Straßenbahn, die Blicke, die sie heimlich beobachten oder die, die sich das nicht trauen. Sie können auch die negativen Gefühle nicht erfassen, die in dem ein oder anderem Gesicht zu lesen sind. Sie erleben einen zeitlosen Moment, der alle anderen Gefühle verscheucht, die nicht Liebe sind. Mögen sie noch ganz lange in diesem Moment verweilen, möge die Zeit in solch einem Augenblick doch ewig still stehen, und wir kuscheln uns aneinander, um unsere eigene Liebe zu genießen.
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27 Kommentare
Jana Scheiding aus Arnstadt | 24.02.2012 | 18:18  
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Katrin Treydte aus Erfurt | 24.02.2012 | 18:40  
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Thomas Twarog aus Erfurt | 24.02.2012 | 18:42  
Jana Scheiding aus Arnstadt | 24.02.2012 | 18:43  
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Thomas Twarog aus Erfurt | 24.02.2012 | 18:47  
Jana Scheiding aus Arnstadt | 24.02.2012 | 18:51  
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Thomas Twarog aus Erfurt | 24.02.2012 | 18:54  
Jana Scheiding aus Arnstadt | 24.02.2012 | 18:55  
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Thomas Twarog aus Erfurt | 24.02.2012 | 18:58  
Jana Scheiding aus Arnstadt | 24.02.2012 | 18:58  
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Petra Seidel aus Weimar | 24.02.2012 | 20:11  
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Katrin Treydte aus Erfurt | 24.02.2012 | 23:14  
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Thomas Twarog aus Erfurt | 25.02.2012 | 09:51  
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Katrin Treydte aus Erfurt | 25.02.2012 | 10:05  
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Thomas Twarog aus Erfurt | 25.02.2012 | 10:10  
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Katrin Treydte aus Erfurt | 25.02.2012 | 10:22  
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Thomas Twarog aus Erfurt | 25.02.2012 | 13:12  
Jana Scheiding aus Arnstadt | 25.02.2012 | 18:13  
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Petra Seidel aus Weimar | 25.02.2012 | 19:01  
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Thomas Twarog aus Erfurt | 25.02.2012 | 19:04  
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Petra Seidel aus Weimar | 25.02.2012 | 19:11  
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Thomas Twarog aus Erfurt | 25.02.2012 | 19:13  
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Katrin Treydte aus Erfurt | 25.02.2012 | 19:26  
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Thomas Twarog aus Erfurt | 25.02.2012 | 19:32  
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Petra Seidel aus Weimar | 25.02.2012 | 19:37  
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Renate Jung aus Erfurt | 27.02.2012 | 22:49  
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Wolfram Treydte aus Erfurt | 05.03.2012 | 20:45  
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