Wer macht mit bei der Nachbarschaftshilfe in Erfurt-Südost?

Kati Langenberger hofft, dass ihr Projekt bald mit Leben erfüllt wírd.

Auf gute Nachbarschaft: Die "Nachbarschaftshilfe Südost" mit Sitz auf dem Wiesenhügel sucht Freiwillige und Menschen mit Hilfebedarf.




“Sie sind der erste Mensch, mit dem ich in dieser Woche rede.“ Kati Langenberger ist entsetzt über das Geständnis ihres Gegenübers, schließlich ist schon Donnerstag. Doch die junge Frau beginnt nicht tief betroffen zu grübeln. Sie tut lieber etwas. Erst einmal mit der älteren Dame plaudern, übers Wetter und das Essen, über die weit entfernt wohnenden Kinder, das Fernsehprogramm, über Gott und die Welt.


“Ja, es kommt immer wieder vor, dass jemand kaum Kontakte hat“, berichtet Kati Langenberger später, zurückgekehrt in ihr Büo am Heckenrosenweg. Sie ist seit kurzem Quartiersmanagerin, von der AWO eingesetzt und für den Erfurter Wiesenhügel zuständig. Allerdings fühlt sie sich auch den anderen Wohngebieten im Südosten verbunden, in den Stadtteilen Melchendorf und Herrenberg sind die Bedingungen ähnlich. Wie hier auf dem Wiesenhügel leben in den Neubausiedlungen viele Menschen eng zusammen. Doch kurze Entfernungen bedeuten nicht immer Nähe. Vor allem ältere, alleinstehende Menschen, von denen mancher auch nicht mehr so mobil ist, geraten schnell in die Isolation.

Dem anderen Zeit schenken



Dagegen möchte die Quartiersmanagerin etwas unternehmen. Das gerade ins Leben gerufene Projekt „Nachbarschaftshilfe Südost“ möchte Menschen zusammenbringen. „Es geht einfach darum, anderen ein wenig von seiner Zeit zu schenken“, bringt es Kati Langenberger auf den Punkt. Möglichkeiten, das zu tun, gibt es viele. Der Freiwillige stattet jemandem, der sonst allein ist, Besuche ab. Oder aber beide gehen zusammen spazieren, unternehmen etwas, erkunden die Stadt neu. „So kommt wieder ein bisschen Leben in die Bude“, sagt Kati Langenberger lächelnd und kann sich lebhaft vorstellen, wie gut eine solche neue Bekanntschaft tun kann. Beiden Seiten. Oft nämlich haben die Alten eine Menge zu erzählen und so manchen Rat in schwierigen Situationen. Im Idealfall entstehen aus diesen Begegnungen sogar echte Freundschaften, formuliert die Wohngebiets-Beauftragte einen Herzenswunsch.


Bis es allerdings so weit ist, muss das Projekt erst einmal anlaufen. Mit der Initiative Wiesenhügel, dem Plattform e.V., Wohnungsbaugenossenschaft und anderen Akteuren und Einrichtungen sind schon ein paar Partner im Boot, die das Ganze zu einem Netzwerk aufbauen wollen. Damit die Nachbarschaftshilfe mit Leben erfüllt werden kann, werden nun freiwillige, ehrenamtliche Helfer gesucht und Menschen, die gern die Unterstützung annehmen. Dabei geht es nicht um Haushaltshilfe. Ab sofort werden die Anmeldungen gesammelt. „Mir liegt das Ganze sehr am Herzen, und ich hoffe, dass wir bald richtig loslegen können“, sagt Kati Langenberger. Bei ihr laufen alle Fäden zusammen, sie möchte die Menschen zusammenbringen. Wie sie dann ihre Nachbarschaftshilfe gestalten, überlässt sie ihnen. Vielleicht gelingt es ja, dass Südost-Bewohner ein Stück näher zusammenrücken.



Kontakt:


AWO-Kreisverband Erfurt e.V., Quartiersmanagement, Heckenrosenweg 2 (Büro neben der Begegnungsstätte „Heckenrose“), Kati Langenberger, Telefon 0361/213000400, E-Mail langenberger@awo-thueringen.de, Sprechzeiten dienstags 9 - 12 und 14 - 17 Uhr sowie nach Vereinbarung.
Die Quartiersmanagerin ist auch immer auf der Suche nach Leuten, die sich in ihrem Wohngebiet einbringen möchte, die Ideen haben und einfach etwas bewegen möchten.
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