Wie ist das Leben als Augenoptiker, Herr Meißner?

Optiker Michael Meißner schätzt vor allem die Vielseitigkeit an seinem Beruf.
Arnstadt: Optik Meißner | Bei vielen Menschen lässt im Laufe des Lebens die Sehkraft nach. „Leider merken es viele erst, wenn das Stoppschild zu spät erkannt wird oder sich beim Zeitungslesen erste Probleme zeigen", weiß Michael Meißner, staatlich geprüfter Augenoptiker und Augenoptikermeister, aus Erfahrung.

Mehr als 60 Prozent der deutschen Erwachsenen haben eine Fehlsichtigkeit. Die Aufgabe des Augenoptikers ist es, die geeignete Sehhilfe zu finden. Mit einem rechnergestützten Sehtest ermittelt er die Brillenglasstärken oder die Fertigungsdaten für eine Kontaktlinse. Bei bestimmten Auffälligkeiten empfiehlt er den Besuch eines Augenarztes.

„Meine erste Brillenglasbestimmung habe ich an der Fachschule für Augenoptik in Jena bei Zeiss-Mitarbeitern gemacht. Das war ein besonders kritisches Publikum. Als sie ihre Brillen abholten, erlebte ich, was für ein schönes Gefühl es ist, anderen Menschen zum besseren Sehen verholfen zu haben." Tausende von Brillen hat der Optiker seitdem gefertigt, mit jeder neuen Brille stellt sich immer noch dieses schöne Gefühl ein.

Der eigentliche Handwerksberuf hat sich in den letzten Jahren immer weiter gewandelt. Heute erleichtern CNC gesteuerte Schleifmaschinen die Arbeit. Das ist bei der großen Auswahl an Brillenfassungen von Vorteil, da jedes Glas individuell eingepasst werden muss. „Der richtige Blick für eine zum Kunden passende Brillenfassung ist sehr wichtig. Wenn ich fünf Varianten anbiete, ist meist eine dabei, die gefällt."

Um modisch auf dem neuesten Stand zu sein, besucht der Augenoptiker Messen, bildet sich mit Fachzeitschriften weiter. „Die neuen, manchmal auch sehr farbenfrohen Brillenfassungen mit austauschbaren Bügeln gefallen mir besonders gut", bekennt der Optiker. Modisch eher unauffällig sind Kontaktlinsen. Mit moderner Computertechnik wird ein Hornhautprofil erstellt, um die geeignete Linse passgenau auszuwählen. „Das Schöne an meinem Beruf ist die Vielseitigkeit: Ich bin als Handwerker, Techniker, Psychologe, Designer, Mode- und Typberater sowie Kaufmann tätig."


Wo?
Die Berufsschule für Thüringer Augenoptiker befindet sich im SBSZ Jena-Göschwitz. Eine Weiterbildung zum Augenoptikermeister und staatlich geprüften Augenoptiker ist an einer Fach- oder Fachhochschule möglich. Entsprechende Studiengänge werden unter anderem in Jena, Berlin, München und Köln angeboten.

Was?
Physikalische und geometrische Optik, Anatomie, Pathologie und Physiologie der Augen, Optologie, Eigenschaften und Bearbeitung von Werkstoffen, Brillenanpassung, vergrößernde Sehhilfen, Verkauf und Beratung von Waren und Dienstleistungen, Erlernen von Verwaltungsarbeiten

Wie lange?
Die Berufsausbildung dauert drei Jahre, die weiterführenden Studiengänge fünf bis sieben Semester.


VITA MICHAEL MEISSNER
• 1966 Lehre als Optiker
• 1974 Fachschulstudium mit Abschluss als staatlich geprüfter Augenoptiker und Augenoptikermeister • seit 1980 selbstständig mit Geschäft in Arnstadt
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