Wie ist das Leben als Erzieherin, Frau Schlichting?

Spielerisch lernen: Erzieherin Simone Schlichtung mit Kindern in der Puppenecke.
Leinefelde: Kindertagesstätte Sonnenschein | Von Sibylle Reinhardt / Lieben die Kleinen auch nichts mehr als Spielen: Die Arbeit im Kindergarten ist keine Spielerei. Simone Schlichting betreut die Jüngsten in der DRK-Kindertagesstätte „Sonnenschein" in Leinefelde. Zwölf Ein- bis Zweijährige gehören momentan zur "Mäuschengruppe". Jeder Arbeitstag verlangt Konzentration, Kreativität und pädagogisches Geschick.

„Kinder sind etwas Wunderbares", sagt die Erzieherin. Ein anderer Beruf kam für die 40-Jährige, die selbst drei Töchter hat, nie in Frage. Sensibel und feinfühlig geht sie auf ihre Schützlinge ein, die gerade die ersten Schritte und Worte lernen. Sie fördert die Entwicklung spielerisch beim Geschichten erzählen, Malen, bei kleinen Sportübungen und beim Singen. „Die Kinder freuen sich, wenn ich Liedklassiker wie ‚Ri-Ra- Rutsch‘ ständig wiederhole und machen mit."

Kleinkinder zu betreuen, bedeutet aber auch körperliche Arbeit. „Wir sind zu zweit. Das Wickeln, Anziehen und Füttern ist allein gar nicht zu schaffen", räumt Simone Schlichting ein. Oft verzichtet sie auf ihren ergonomischen Erzieherstuhl und setzt sich zwischen die spielenden Kinder auf den Boden: „So bin ich mittendrin." In älteren Gruppen belastet vor allem der hohe Geräuschpegel. Kinder sind nun einmal laut. Eine Erzieherin muss sich durchsetzen können und konsequent Grenzen aufzeigen. „Ob der Beruf der richtige ist, sollten Schüler zuvor in der 8. oder 9. Klasse bei einem Praktikum testen."

Ob pädagogische Arbeit oder Kita-Feste die Eltern sitzen immer mit im Boot. „Wir unterstützen die Familien", betont die Erzieherin. Elterngespräche gehören dazu. Ein Erzieher trägt viel Verantwortung. Die Bezahlung liegt laut Statistik allerdings unter dem Bundesdurchschnitt. Doch wer sich für den Beruf entscheidet, hat beste Jobaussichten. Bis 2013 sollen alle Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz erhalten. Und für mehr Betreuungsangebote braucht man mehr qualifiziertes Personal.


Berufsbild
Ein staatlich geprüfter Erzieher kann in Kindertagesstätten, Horten und Kinderheimen tätig sein. Da die Mehrheit im Kindergarten arbeitet, hält sich im Sprachgebrauch noch immer der Begriff Kindergärtnerin/ Kindergärtner.

Wo?
• an Fachschulen für Sozialpädagogik oder an Berufsakademien
www.erzieherin-online.de

Was?
• Pädagogik, Psychologie, Soziologie, Didaktik und Methodik, Kinderliteratur, Medienpädagogik, Umwelt- und Gesundheitserziehung, Recht, Musik, Sport, Spielpädagogik und Kunst, Praktika Wie lange? zwei Jahre Ausbildung zum Sozialassistenten, zweieinhalb Jahre Erzieherausbildung plus ein halbes Jahr Anerkennungspraktikum

VITA SIMONE SCHLICHTING
• 1987-90 Ausbildung zur Kindergärtnerin in Gotha, tätig in einem kommunalen Kindergarten
• 1993 Qualifizierung zur Erzieherin
• seit 1993 in der DRK-Kindertagesstätte „Sonnenschein" in Leinefelde
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