Wie ist das Leben als Gärtnerin, Frau Rauchmaul?

Feinarbeit: Gärtnerin Martina Rauchmaul bestäubt die Alpenveilchen per Hand.
Erfurt: Chrestensen | Geübt greift Martina Rauchmaul die Blüte des Alpenveilchens. Sie schüttelt den Pollen in ein Plastikröhrchen und taucht die Narbe darin ein. So gelingt die optimale Bestäubung. Was im Freien der Wind und die Bienen erledigen, ist im Gewächshaus ihre Aufgabe. Die 29-Jährige ist Gärtnerin in der Erfurter Samen- und Pflanzenzuchtfirma N.L. Chrestensen, spezialisiert auf den Zierpflanzenbau.

Im Mai haben Beet- und Balkonpflanzen, Kräuter- und Gemüsejungpflanzen Hochkonjunktur. Ein großes Arbeitspensum für Gärtner. Es wird gesteckt, getopft, gepflanzt, gehackt. Diese Vielfalt liebt sie am Beruf. Und dass sie es mit lebenden Pflanzen zu tun hat. „Eben noch ein Stengelchen, zeigt sich schon bald der Blütenansatz“, freut sich Martina Rauchmaul über das Gedeihen. „Ein ¬Gärtner sollte nicht nur Freude an der Natur, sondern auch eine gute Beobachtungsgabe mitbringen“, lautet ihr Rat. Es sind die kleinen Veränderungen, die erkennen lassen, ob sich die Pflanzen gut entwickeln.

Martina Rauchmaul absolvierte nach dem Abitur ein Studium. Heute bildet die Diplom-Ingenieurin für Gartenbau bei Chrestensen selbst Lehrlinge aus. „Die Berufsaussichten sind gut“, schätzt sie ein. Der Gartenbau gilt als grüne Wachstumsbranche. Die Verdienstmöglichkeiten steigen durch Zusatzqualifikationen zum Beispiel zum Meister oder Techniker.

Bewerbern empfiehlt die Fachfrau vorab ein Praktikum als Praxistest. Denn der Beruf erfordert eine gewisse Fitness obwohl körperliche Arbeit bereits vielfach durch Technik reduziert wird. „Ohne Handarbeit geht es dennoch nicht“, räumt sie ein. Vor allem der Einsatz auf dem Feld oder bei der Ernte ist sehr anstrengend. Gearbeitet wird viel im Freien bei Wind und Wetter. Und im Gewächshaus herrschen mitunter tropische Temperaturen.

Im Winter sitzt Martina Rauchmaul einmal mehr am Schreibtisch, konzipiert Flächenpläne für Freiland und Gewächshäuser, erstellt Kalkulationen. Nur effektiv produzierte Pflanzen sind am Ende gut verkäuflich. Zudem darf ein Züchter keinen Trend verpassen. Klassiker wie Alpenveilchen sind immer gefragt. Bis sich jedoch nach der Bestäubung Samenkapseln bilden und daraus wieder Blumen wachsen, vergehen Monate. Ein Gärtner braucht eben auch Geduld.



Wo?
Die Gärtnerausbildung erfolgt dual in der Berufsschule und im Ausbildungsbetrieb.
Infos und Kontakte:
www.beruf-gaertner.de

Was?
Ausgebildet wird in sieben Fachrichtungen: Zierpflanzenbau,
Staudengärtnerei, Baumschule, Gemüse¬bau, Obstbau, Friedhofsgärtnerei, Garten- und Landschaftsbau

Wie lange?
Die Berufsausbildung dauert drei Jahre.


Für Gärtner gibt es in Thüringen sehr gute Fortbildungsmöglichkeiten. In der Fachschule der Lehr- und Versuchsanstalt Gartenbau (LVG) Erfurt können sie den Abschluss zum Staatlich geprüften Wirtschafter oder zum Staatlich geprüften Techniker erwerben. Gärtner mit Abitur können an der FH Erfurt ein Bachelorstudium aufnehmen.
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