Wie ist das Leben als Pferdewirt, Herr Unger?

Stute Michele und ihr Nachwuchs genießen die Frühlingsluft. Gestütschef Harald Unger setzt große Hoffnung in das Fohlen.
Arnstadt: Gestüt Käfernburg | Es ist der erste Frühling, den Hengst Furejev in Thüringen erlebt. Große Aufgaben und Stute Medusa warten auf den Oldenburger Neuzugang. Harald Unger führt die beiden heute erstmals zusammen.

Im Gestüt Käfernburg in Arnstadt versorgen sechs Beschäftigte - inklusive Chef Unger und Lehrling - 180 Pferde. "Da gibt es keinen Acht-Stunden-Tag und nur wenig freie Wochenenden." Die letzte Nacht verbrachte Harald Unger im Stall, um einem Fohlen auf die Welt zu helfen. Pferdezucht ist eine Wissenschaft für sich. Der Zuchtverband prüft akribisch. "Nur strenge Selektion verspricht Erfolg", erklärt der 59-Jährige.
Er hat den Fachblick und die nötige Geduld. Es vergehen elf Monate, bis ein Fohlen geboren wird. Drei Jahre, bis das Pferd erwachsen ist. Erst dann beginnt die eigentliche Arbeit, um Turnier-Erfolge zu erreichen.

"Die Ausbildung der Pferde verlangt Liebe, aber auch eine gewisse Härte", betont Unger. Ohne Konsequenz keine erfolgreiche Erziehung. Der Pferdewirt kennt den Charakter jedes Tieres. Er ist ein bisschen Veterinär, ein bisschen Hufschmied. Er kennt sich aus im Futteranbau und denkt als Ökonom. "Von der Zucht allein kann man nicht leben", sagt Unger. So bewirtschaftet er außerdem Ackerland und bietet im Gestüt Dienstleistungen an - von der Pferdepension über die Deckstation bis zur Ausbildung von Reit- und Fahrpferden. "Man muss schon Idealist sein", räumt der Gestütschef ein und freut sich, dass die ganze Familie im Betrieb mitzieht.

Er möchte sie nicht missen, diese Verbundenheit zur Natur und zu diesen Tieren: "Pferde sind hochintelligent, folgen heute noch uralten Instinkten.
Kein Tier ist wie das andere. Das macht die Arbeit so faszinierend."
Jungen interessierten Leuten empfiehlt er, während einer Probewoche selbst herauszufinden, ob ihr Traum von dem Beruf mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Denn: "Viele sind sich der Härte des Jobs nicht bewusst."
(von AA-Redakteurin Sibylle Reinhardt)


Infos zur Ausbildung

Wo?

Die duale Ausbildung zum Pferdewirt erfolgt sowohl im Ausbildungsbetrieb als auch an der Staatlichen Berufsbildenden Schule Rudolstadt.
www.sbbs-rudolstadt.de

Was?
Zur Auswahl stehen zwei Spezialisierungen. Liegt der Schwerpunkt auf Zucht und Haltung, werden vor allem Kenntnisse in Haltung, Fütterung, Pflege, Stallbau, Gesundheitspflege und Veterinärkunde vermittelt. Beim Schwerpunkt Reiten ist zudem ein hohes Maß an Sportlichkeit, Kraft und Ausdauer gefragt. Man lernt, junge Pferde bis zur Turnierreife zu führen sowie Reitsportler anzuleiten.

Wie lange?
Die Ausbildung dauert drei Jahre. Mindestvoraussetzung ist ein Hauptschulabschluss.

VITA HARALD UNGER
• Agraringenieur und Pferdewirt, seit 1990 Inhaber des Gestütes Käfernburg in Arnstadt
• Zucht der Rassen Thüringer Reitpferd und Schweres Warmblut
• Vorsitzender des Reit und Fahrvereins Arnstadt- Angelhausen e.V.
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