Wie ist das Leben als Privatdetektiv, Herr Helmis?

Wie Sherlock Holmes löst der Erfurter Privatdetektiv Andreas Helmis knifflige Fälle.
Erfurt: Detektei Kontinuum | Er raucht keine Pfeife, trägt keinen Deerstalker-Hut und ist auch nicht mit einer Lupe auf Spurensuche. Und dennoch: Ein bisschen Sherlock Holmes steckt auch in Andreas Helmis. Sonst würde das Konterfei des englischen Privatdetektivs nicht ein Firmenschild der Erfurter Detektei schmücken.

"Gute Krimis sind sehr nahe an der Realität", freut sich der 55-Jährige in einem film- und romanreifen Beruf zu arbeiten. Und tatsächlich bestätigen sich einige Klischees: zum Beispiel die eifersüchtige Ehefrau, die vom Kriminalisten wissen will, ob ihr Gatte wirklich geschäftlich verreist. Und wenn ja, mit wem? "Aber es gibt niemals eine Erfolgsgarantie oder Fangprämie", betont Helmis, dass sein Honorar auch dann bezahlt wird, wenn sich der Ehemann als treu beweist. Viele Kunden mit obskuren Vorstellungen muss der frühere Kriminaloberkommissar gleich abweisen: Jene, die ihn beauftragen wollen, eine Frau auszukundschaften, an der sie Interesse haben. Der Detektiv als Stalker-Ersatz. Auch Wünsche, Wanzen anzubringen oder Telefone abzuhören, sind nur dem Kino entsprungen. "Da muss man höllisch aufpassen. Deswegen kennt ein guter Detektiv auch die Gesetze und Vorschriften."

Helmis und sein Team arbeiten durchgängig an rund zehn Fällen. Versicherungen wollen wissen, ob die Ware im abgebrannten Teppichlager wirklich so wertvoll war. Oder Firmen möchten diskret und ohne Polizei herausfinden, ob der Buchhalter 200.000 Euro in die eigene Tasche gewirtschaftet hat. "In unserem Beruf gilt absolute Verschwiegenheit. Wenn so etwas herauskommt, wirft es ein schlechtes Licht auf die Firma", sagt Helmis, der auch Fernsehsender und Schriftsteller fachlich berät. Andere Fälle gehen dem Detektiv persönlich nahe. "Einmal haben wir ein entführtes Kind wieder aufgespürt." In diesen Momenten bereitet ihm sein Beruf besonders viel Freude.

Obwohl Helmis in seinem Traumberuf arbeitet - empfehlen kann er den Job niemandem. Ein Detektiv muss flexibel und jederzeit einsatzbereit sein. Er soll kommunikativ und einfühlsam sein, um bei der Recherche mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Gleichzeitig ist er zurückhaltend und unauffällig, wenn er Personen observiert. "Viele überschätzen da einfach ihre Fähigkeiten."


Wo?
Die Berufsbezeichnung "Detektiv" ist nicht geschützt und die Ausbildung ist in Deutschland nicht geregelt. Die Zentralstelle für die Ausbildung im Detektivgewerbe (ZAD) bietet Lehrgänge an, ebenso die IHK und andere Institute.

Was?
Ein Privatdetektiv muss vor allem die Gesetze und Vorschriften kennen. Er benötigt ein einwandfreies Führungszeugnis, sollte mindestens 25 Jahre alt und unverschuldet sein. Da er Berichte schreibt und öfter vor Gericht aussagt, muss er mündlich und schriftlich präzise formulieren können.

Wie lange?
Aus- und Weiterbildungen können vom Wochenendseminar bis zu zweijährigen Kursen reichen.

VITA ANDREAS HELMIS
• 1977 bis 1981 Studium der Kriminalistik an der Berliner Humboldt-Universität
• über 12 Jahre im Dienst der Erfurter Kriminalpolizei, Rang: Kriminaloberkommissar
• seit 1992 selbstständig als Privatdetektiv
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