Wie ist das Leben als Psychologe, Herr Brauhardt?

Zur Veranschaulichung von Problemen werden oft einfache Hilfsmittel genutzt. Bausteine können Personen symbolisieren.
Mühlhausen/Thüringen: ASB Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche | Der Arbeitsraum von Dietmar Brauhardt ist freundlich eingerichtet, verfügt über Sessel und Couch. „Bei mir aber nur zum Sitzen", versichert der Psychologe. „Ich bin nur beratend tätig." Eltern, Kinder und Jugendliche finden bei ihm Hilfe, wenn sie mit ihren Problemen nicht mehr alleine fertig werden. „Das können familiäre Probleme und Streitigkeiten, Schulschwierigkeiten oder Konflikte bei Trennungs- und Scheidungssituationen sein."

Mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen versucht er, gemeinsam mit den Klienten Lösungswege zu finden. Für ihn ist es wichtig, die Stärken der Eltern und Kinder herauszuarbeiten und diese zur Problembewältigung zu nutzen. Mit bildhafter Sprache lassen sich die Probleme visualisieren. „Als Psychologe gibt man den Weg nicht vor. Ich stelle Fragen, die richtungsweisend wirken. Mit den Antworten finden die Klienten oft selbst einen Ansatz zur Lösung."

Veränderungen brauchen Zeit. Ergebnisse lassen sich oft erst nach Wochen und Monaten messen. „Manchmal hat man mit schwierigen Problemen zu tun, die einem persönlich nahe gehen. Man muss sehr schnell lernen, sich abzugrenzen." Seine unendliche Geduld und die Neugier auf naturwissenschaftliche Erklärungen haben Dietmar Brauhardt einst bewogen, diesen Berufsweg einzuschlagen. Natürlich mit dem großen Ziel, anderen Menschen zu helfen. „Das Wichtige ist, sich vor dem Studium genaue Vorstellungen von der Arbeit eines Psychologen zu machen." Schon lange ist die Psychologie keine reine Geisteswissenschaft mehr. Den Umgang mit Zahlen muss ein Psychologe ebenso beherrschen wie mit Menschen. „Als Student sollte man darauf vorbereitet sein, dass die Mathematik und die Statistik ein breites Feld in der Ausbildung einnehmen."

Nach dem Studium stehen den Absolventen viele Einsatzmöglichkeiten offen. Die weitere fachliche Qualifikation richtet sich nach dem gewählten Arbeitsfeld. Der wesentliche Unterschied zu einem Arzt besteht darin, dass Psychologen in Deutschland keine Medikamente verordnen dürfen. „Gespräche sind das wichtigste psychotherapeutische Behandlungsverfahren."

Wo?
Das Psychologiestudium ist an vielen Universitäten in Bachelor- oder Masterstudiengang möglich, in Thüringen nur an der Friedrich-Schiller- Universität Jena. Weitere Studienmöglichkeiten: Leipzig, Dresden, Göttingen, Berlin, Marburg. Voraussetzung Sehr guter Notendurchschnitt im Abitur.
(Beitrag von AA-Redakteurin Ines Heyer)

Was?
Auf dem Lehrplan stehen unter anderem Allgemeine Psychologie, Entwicklungspsychologie, Klinische Psychologie, Statistik, Medizin, Diagnostik, Philosophie.

Wie lange?
Das Studium dauert im Bachelor 3 Jahre und im Master mindestens 5 Jahre. Danach schließt sich eine fachspezifische Ausbildung an.


VITA DIETMAR BRAUHARDT
• Studium an der Universität Leipzig mit Abschluss als Diplom-Psychologe
• Anerkennung als Psychologischer Psychotherapeut
• Zusatzausbildung im Bereich der Systemischen Therapie
• seit 1990 in der Erziehungs- und Familienberatung in Mühlhausen tätig
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