Wie ist das Leben als Spielzeugdesigner, Frau Kuhr?

Die Gothaer Spielzeugdesignerin Katrin Kuhr fertigt Holzspielzeug für Vorschulkinder an.
Gotha: Spielzeugdesignerin Katrin Kuhr | Die Ideen entstehen im Oberstübchen. Ganz oben, im Dachgeschoss ihres Hauses, befindet sich das Kreativzentrum der Spielzeugdesignerin Katrin Kuhr. Libellen-Mobiles umkreisen hier die Decke des Mansardenbüros, und eine Breakdance-Maus dreht auf dem Tisch ihre Pirouetten. „Viele Einfälle kommen mir allerdings eher unter der Dusche", gesteht sie. „Ideen kann ich nicht erzwingen."

Ihre Arbeit kennen alle, die durch den Rennsteiggarten Oberhof spazieren. Blüten begehen, auf Spinnennetzen balancieren, Vogelstimmen nachzwitschern - all diese lehrreichen Stationen, die mit den fünf Sinnen erlebbar sind, hat sie gemeinsam mit einer Kollegin entworfen. Die Gothaerin ist eine Spielzeug-Designerin der alten Schule. Ihr praxisnahes Studium an der Hochschule für Kunst und Design „Burg Giebichenstein" in Halle an der Saale hat sie geprägt. Sie zeichnet noch immer mit der Hand und drechselt in ihrer Kellerwerkstatt selbst ihre Modelle.

Nicht nur die Idee, sondern wie sie umgesetzt wird, steht im Mittelpunkt ihres Handwerks. Sie hat gelernt, wie Farben oder Formen ineinander übergehen, wie ein gelungenes Schriftbild aussieht und wie Buchstaben zueinander passen. Und diesen ästhetischen Anspruch hegt Katrin Kuhr bis heute. Als perfektes Material hat sie Holz für sich entdeckt. „Es ist so schön anzufassen. Aber mit Holzspielzeug lässt sich nur schwer Geld verdienen. Da benötigt man eine große Portion Idealismus", klagt sie. „Doch es ist ein schönes Gefühl, etwas von mir in einem Spielwarengeschäft zu entdecken." Leider wechselt das Sortiment immer öfter. Immer schneller muss sie Neuheiten entwickeln. Schlecht für sie, denn am meisten verdient sie an den Lizenzvergütungen. Sie profitiert also, wenn ihr Spielzeug möglichst lang im Handel erhältlich ist.

Auf Messen kämpft Katrin Kuhr um Auftraggeber. Bei ihren Entwürfen behält sie im Hinterkopf, wie sie kostengünstig in Serie produziert werden können. „Da muss ich mich selbst beschränken." Und klaut ein anderer ihre Idee, steht sie mit leeren Händen da. Statt Spielzeug von der Stange würde sie lieber Unikate entwerfen: für Banken, Arztpraxen oder Museen. Kleine Kunstwerke zum Spielen, die Wartenden auf originelle Art die Zeit verkürzen können.

Wo?
An der Hochschule für Kunst und Design „Burg Giebichenstein" in Halle / Saale kann Spiel- und Lernmitteldesign als Studienrichtung im Bachelor-Studiengang Industriedesign gewählt werden.

Was?
Gelehrt werden die Gestaltung serieller Spielwaren und Lernmittel für Schulen, Kindereinrichtungen und weiterbildende Institutionen. Auf dem Lehrplan stehen auch die Konzeption und Gestaltung von Spiel- und Lernräumen.

Wie lange?
Die Regelstudienzeit beträgt acht Semester. Darauf kann ein einjähriges Master-Studium folgen.

VITA KATRIN KUHR:
• legte 1984 ihr Diplom an der Burg Giebichenstein in Halle/Saale ab
• arbeitete bis 1991 in einem Gothaer Designbüro
• machte sich 1991 selbstständig
• betreute von 1998 bis 2006 als Dozentin Projekte an ihrer alten Hochschule
• arbeitet seitdem wieder als freie Spielzeug- Designerin in Gotha
Kontakt: Telefonnummer (0 36 21) 75 09 44, E-Mail: katrin-kuhr@freenet.de
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Hannelore Grünler aus Artern | 16.03.2011 | 22:18  
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