Worte zum Sonntag: Ein Wunder vor unseren Augen

Jeden Tag gibt es einen Jahrestag zum Feiern oder zum stillen Gedenken. Am 9. November 1938 brannten Synagogen, wurden jüdische Geschäfte geplündert und Juden verhaftet. Vor 75 Jahren forderte diese "Kristallnacht" Tote und Verletzte. Viele sehen in diesen Pogromen den Beginn der organisierten Judenverfolgung, die in den Massenmord mündete. Bis heute bleiben Entsetzen und Scham auch bei den nachgeborenen Generationen. Und dann geschieht ausgerechnet an einem 9. November ein Wunder vor unseren Augen. Der 9. November 1989 wurde zum Glücksfall für Deutschland. Was kaum einer geahnt und gehofft hatte, wurde in einer Nacht Wirklichkeit: Die unser Land trennende, mörderische Mauergrenze landete auf dem Müllhaufen der Geschichte. Die friedliche Revolution in der DDR begann mit Buße und mit Gebeten in den Kirchen, bevor Menschen mit Kerzen das Licht der Hoffnung von den Altären auf die Straßen trugen. Über Schuld und Versagen dürfen wir Gnade erbitten, auch für unser Land und Volk. "Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von Ewigkeit her gewesen sind. Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und meiner Übertretungen, gedenke aber meiner nach deiner Barmherzigkeit, Herr, um deiner Güte willen!" (Psalm 25,6-7). Es ist Gottes Gedenken an uns, das uns zum Gedenken an Tiefpunkte und Höhen unserer Geschichte ruft und täglich zum Danken für Neuanfänge.
Gesegnete Zeit.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
13.458
Uwe Zerbst aus Gotha | 10.11.2013 | 13:37  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige