Worte zum Sonntag: "Frieden beginnt auch bei mir"

Frieden ist möglich. (Foto: sokaeiko / pixelio.de)

Ein Gedenktag: 8. Mai 1945. Deutsche Kapitulation. Kriegsende vor 70 Jahren. Das ist Geschichte. In der Gegenwart ist wieder Krieg. Und wir sind dabei.

Dabei hatte jede Generation nach einem Krieg gesagt: Nie wieder! Nie wieder sollen Menschen eine Waffe in die Hand nehmen! Doch nahezu jede Generation zog in den Kampf. Immer wurden gute Gründe für den Krieg genannt: Caesar wollte den Wilden in Germanien römische Kultur bringen. Kreuzritter wollten den Heiden das Heil bringen, Moslems den Völkern den rechten Glauben. Die Bundeswehr wollte Brunnen und Brot bringen.

Wer treibt Völker in den Krieg? Gelegentliche Verbrüderungen zwischen den Fronten haben gezeigt, dass die einfachen Soldaten selten die treibende Kraft sind. Oft wachsen Hass und Rache erst im Laufe des Krieges - wie derzeit in Syrien. Eine Welt ohne Waffen wird ein Wunschtraum bleiben und muss trotzdem das Ziel sein, ein Ziel unserer Hoffnungen und Gebete.

Doch das Abrüsten ist nicht nur ein Thema für die Mächtigen. Jeder kann sich selbst prüfen: Im Streit mit dem Nachbarn, im gnadenlosen Kampf um eigene Ansprüche und beim "Recht-haben-wollen" um jeden Preis. Frieden ist möglich. Er beginnt auch bei mir. Ich kann zurückstecken und Gnade vor Recht walten lassen. Die Bibel vermerkt schlicht: "Ist‘s möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden." (Römer 12,18).

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Joachim Kerst aus Erfurt | 30.04.2015 | 19:08  
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