Worte zum Sonntag: "Ihr sollt leben!"

Ostern ist das Fest einer ungeahnten Lebensfülle – Der Frühling erwacht und mit dem Glauben an Christus fängt etwas Neues an

Am Ende war alles sehr schnell gegangen: Gefangennahme, Verurteilung, Hinrichtung. Die aufgestachelte Volksmenge durfte mitreden und schrie: "Kreuzige, kreuzige!" Der religiöse Rebell aus der Provinz wurde vor den Toren der Stadt Jerusalem nach römischer Weise ans Kreuz gehängt. Jesus von Nazareth hauchte sein Leben aus und starb. Der Tod hatte gesiegt. Aus.

So hatten sich das die religiösen Behörden und die römischen Beamten gedacht. Ein Aufrührer weniger, die staatliche Ordnung gesichert. Das war das Geschehen am Karfreitag vor rund zweitausend Jahren. Die "Akte Jesus" war geschlossen. Allerdings nur übers Wochenende, dann machte Gott das Grab auf. Ein neues Kapitel der Weltgeschichte wurde eröffnet: Gott hat Jesus auferweckt. Das war schon damals eine Zumutung, selbst für die nächsten Freunde des Toten. Der engste Kreis um Jesus hatte Wunder und Wunderheilungen gesehen, aber das war doch zu viel für ihre Vorstellungskraft. Angesichts des leeren Grabes machte sich Angst breit.

"Aber der Engel sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht die Stätte, wo er gelegen hat." (Matthäus 28,5-6).

Jesus ist vom Tode auferstanden, unglaublich! Und doch Wirklichkeit bis heute. Als an diesem ersten Tag der neuen Woche die Sonne aufging, hatte sich die Welt verändert.
Eine neue Welt Gottes begann an jenem Ostermorgen inmitten der alten Welt des Todes und der Friedhöfe. Der auferstandene Christus begegnete seinen Freunden und er kommt zu uns. "Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen; ich komme zu euch. Es ist noch eine kleine Zeit, dann wird mich die Welt nicht mehr sehen. Ihr aber sollt mich sehen, denn ich lebe, und ihr sollt auch leben."

(Johannes 14,18-19). Ostern ist das Fest des Lebens, einer ungeahnten Lebensfülle. Dem Tod wurde die Macht genommen, denn das letzte Wort hat das Leben. Das ist ein neues Leben mit Ewigkeitswert. Das ist Gottes Wunsch und Wille: Ihr sollt leben! Er hat jeden von uns ins Dasein gerufen, um uns am Ende ewiges Leben zu geben. Das ist keine Vertröstung auf den Himmel, sondern die Vernichtung des Todes. Wo sich das Feuer ausgetobt hat, ist der Brand durch. Wo der Brand durch ist, keimt neues Leben, wird es grün werden. So feiern wir Ostern mit frischen Zweigen und einer Schale Ostergras. Dabei ist der erwachende Frühling nur ein unvollkommenes Bild für das, was am Ostermorgen geschah. Jesus ist der Erste einer ganz neuen Schöpfung, einer Welt jenseits der Todeslinie. Jeder Mensch ist neu zum Leben gerufen. Mitten in der alten Welt fängt mit dem Glauben an Jesus Christus etwas Neues an. Wo wir mit dieser Kraft anderen Hilfe und Liebe geben, erhält die Welt ein neues Gesicht. Das ist Ostern.

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