Worte zum Sonntag: "Mit Langmut und Liebe nie aufgeben"

"Langmut verlangt innere Kraft und die Kraft der Hoffnung, dass es gut ausgehen wird." (Foto: hmathes / pixelio.de)

In den Reden zur Eurokrise taucht das Wort nicht auf. Im allgemeinen Sprachgebrauch kommt es auch nicht vor: Langmut.

In der Kurzatmigkeit unserer Zeit ist von Langmut nicht die Rede. Schnelligkeit, oft Hektik und Stress, bestimmen unseren Alltag. Aus einer anderen Zeit und Welt stammt der Spruch: Was lange währt, wird endlich gut.

Der Apostel Paulus bittet in biblischer Zeit für seine Mitchristen und sagt, "dass ihr des Herrn würdig lebt, ihm in allen Stücken gefallt und Frucht bringt in jedem guten Werk und wachst in der Erkenntnis Gottes und gestärkt werdet mit aller Kraft durch seine herrliche Macht zu aller Geduld und Langmut." (Kolosser 1,10-11).

Langmut ist keine unserer stärksten Seiten. Wir Menschen bringen selten den Mut auf, langsam und lange an Veränderungen zu arbeiten und Probleme zu bewältigen oder gar schwere Lebenslagen auszuhalten. Langmut verlangt innere Kraft und die Kraft der Hoffnung, dass es gut ausgehen wird. Gott ist voller Langmut angesichts einer Menschheit, die viel Böses hervorbringt und Leid verursacht. Er hat Macht, in einem Augenblick alles kurz und klein zu schlagen. Aber er setzt auf die Macht der Liebe, die in Christus sichtbar wurde. Aus der Kraft des Glaubens können Menschen solche Liebe leben. So gesehen ist Langmut eine Liebe zu den Menschen, die keinen aufgibt. Genau das brauchen wir heute.

Gesegnete Zeit.
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