Worte zum Sonntag: "Sanftmütige leben ruhiger"

Ein etwas abgegriffener Spruch: "Jeder denkt an sich, nur ich denke an mich." Doch ein Körnchen Wahrheit sagt der Satz. Mehr Wohlstand bringt mehr Selbstsucht. Gerichte und Rechtsanwälte sprechen von der Prozesswut der Deutschen. Erbstreitigkeiten trennen Familien und werden oft zu Tragödien. Mitunter sind mehrere Generationen dadurch verfeindet.
Die Bibel gibt einen Tipp für unser Zusammenleben: "Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen." (Matthäus 5,5). Das ist ein Spruch aus der Bergpredigt, wo Jesus seine Vorstellungen über eine neue Welt verkündigt. Glücklich sind die Menschen, die Sanftmut leben. Sie leben selbst ruhiger und schlafen auch besser, denn sie müssen sich nicht in Selbstgerechtigkeit verlieren und in Rachegefühlen versinken. Dabei sind die Sanftmütigen nicht die Schwachen und Kraftlosen. Es kostet Kraft und verlangt Mut, in brenzligen Lebenslagen und heftigem Streit ruhig und sanft zu bleiben.
Wir haben "Sanft- Mut" fast aus unserem Wortschatz und Denken verloren. Jesus erinnert uns an den Mut zum sanften Leben. "Sanft" ist ein altes Wort und bedeutet: weich, angenehm und freundlich. Wir können Jesus um Kraft, Mut und Sanftmut bitten. Dann gehört uns Gottes neue Welt, die schon mitten in unserer Welt beginnt - überall dort, wo wir an andere denken und voller Mut freundlich sind.

Gesegnete Zeit.
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