Worte zum Sonntag: "Tschüss und fertig"

Wenn es beim Abschied schnell gehen soll, reicht ein "Tschüss". Kein langes Gerede, sondern: "Tschüss". Auch am Telefon oder am Ende eines Briefes heißt es: "Tschüss" und fertig. Doch was sagen wir da? Unser "Tschüss" stammt aus dem Französischen und Spanischen. "Adieu" und "adiós" sind die Vorbilder. Mit Kaufleuten und Glaubensflüchtlingen aus Frankreich kamen diese Grußworte zu uns. Spanier und Franzosen haben den Gruß aus dem Lateinischen entlehnt: "ad deum". Das heißt schlicht "zu Gott hin" oder frei übertragen: "sei Gott befohlen", seiner Güte, seinem Schutz, seiner Gnade.

"Tschüss" ist ein Abschiedsgruß mit Gehalt, ein Segenswunsch im Vertrauen auf Gottes Hilfe. Der Liederdichter Paul Gerhardt schrieb: "Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt. Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. Dem Herren musst du trauen, wenn dir’s soll wohlergehn; auf sein Werk musst du schauen, wenn dein Werk soll bestehn.

Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein lässt Gott sich gar nichts nehmen, es muss erbeten sein." Wir dürfen uns beim Abschied gegenseitig der Fürsorge dieses Gottes anbefehlen. Der letzte Satz der Bibel heißt: "Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen!" (Offenbarung 22,21).

Gesegnete Zeit und tschüss!
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