Worte zum Sonntag: "Zeit für herzliches Begehren"

Es ist Frühling. Die Sonne steigt und oft der Pegel unserer Sinnlichkeit. Die Natur erwacht zu neuem Leben und wir Menschen auch. Es ist die Zeit für große Gefühle und herzliches Begehren. Wunderbar, wenn der Wonnemonat Mai uns berührt.

Die Bibel hat neben vielen sinnlichen Geschichten der Liebe ein ganzes Buch gewidmet: Das Hohelied der Liebe. Hier wird in bildreicher Sprache die Liebe besungen. Folgen wir Liebenden in eine stille Oase und hören: "Seine Linke liegt unter meinem Haupte, und seine Rechte herzt mich. Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, bei den Gazellen auf dem Felde, dass ihr die Liebe nicht aufweckt und nicht stört, bis es ihr selbst gefällt. Da ist die Stimme meines Freundes! Siehe, er kommt und hüpft über die Berge und springt über die Hügel. Mein Freund gleicht einem jungen Hirsch." Die Liebe braucht Zeit und der Geliebte Zuwendung. Wie Blüten und Blätter sich langsam entfalten, wird die Liebe kommen und wachsen. "Mein Freund antwortet und spricht zu mir: Steh auf, meine Freundin, meine Schöne, und komm her! Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei und dahin. Die Blumen sind aufgegangen im Lande, der Lenz ist herbeigekommen, und die Turteltaube lässt sich hören in unserm Lande." (Hoheslied 2).

Lassen wir die Sonne in unser Herz. Geben wir der Liebe Raum und Zeit. Sie ist das Geschenk eines liebenden Gottes.

Gesegnete Zeit.
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