Auf der Suche nach fliegenden Geweihträgern

Hirschkäfer Männchen (Foto: Beatrice Jeschke)
 
Hirchkäfer Weibchen (Foto: leo_fokus-natur de)

NABU und TLUG rufen zur Hirschkäfersuche in Thüringen auf.

Wenn einem ein Hirschkäfermännchen in freier Natur über den Weg fliegt, ist das schon ein imposantes Schauspiel und ein Anblick den man wahrscheinlich sein ganzes Leben lang nicht vergisst. „Die Tiere können eine Größe von bis zu sieben, vereinzelt sogar von neun, Zentimetern erreichen und gelten als die größten unter unseren heimischen Käferarten“, erklärt Andreas Lux von der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG).

Um den fliegenden Geweihträger auf die Spur zu kommen rufen der NABU Thüringen und die TLUG seit 2012 gemeinsam zur Hirschkäfersuche in Thüringen auf. Aufgrund der besonderen Entwicklungsbedingungen ist es allerdings etwas schwierig Hirschkäfer zu Gesicht zu bekommen. „Die meiste Zeit ihres Lebens verbringen die stattlichen Insekten in der Erde, wobei das Larvenstadium sogar bis zu sieben Jahre dauern kann“, sagt Andreas Lux. Im letzten Stadium können Hirschkäferlarven bis zu 12 Zentimeter groß werden. Danach verpuppen sie sich in einem selbstgebauten, etwa hühnereigroßen Kokon, der sogenannten „Puppenwiege“, in der Erde. Der fertige Käfer schlüpft im Herbst, überwintert aber noch in seinem Kokon. Zum Ende des Frühjahrs gräbt er sich nach oben und lebt nur noch wenige Wochen.

NABU und TLUG sind an allen Beobachtungen interessiert, dabei können auch Meldungen aus früheren Jahren sehr interessant sein. Hirschkäfer sind laut Roter Liste stark gefährdet und unter anderem durch die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) geschützt. „Bürgerinnen und Bürger haben uns in den letzten Jahren etliche eindeutige Hirschkäferfunde gemeldet. Dadurch konnten alte Vorkommensgebiete bestätigt und neue Hinweise zu Vorkommen geliefert werden“, berichtet der Experte der TLUG. Darüber hinaus geben die Meldungen einen guten Überblick über die Populationsdynamik der Tiere.

Am besten können Hirschkäfer in der Dämmerung zwischen Ende Mai und Anfang August beobachtet werden. Insbesondere in den Hauptverbreitungsgebieten können die Hirschkäfer aber auch tagsüber gesichtet werden. Wichtig dabei ist allerdings, dass die Tiere in Ruhe gelassen werden. Angaben zum Ort und Datum der Beobachtung, dem Geschlecht sowie der Anzahl der Tiere dürfen nicht fehlen. Darüber hinaus sind Angaben zu möglichen Beeinträchtigungen oder sonstige Beobachtungen zum Lebensraum sehr hilfreich, aber keine Bedingung. Wichtig sind vor allem Fotos. Diese helfen, die Funde richtig einzuschätzen und Verwechslungen, insbesondere bei den Weibchen, vorzubeugen. So kommen in Thüringen auch weitere stattliche Käferarten vor, die gelegentlich mit dem Hirschkäfer verwechselt werden, zum Beispiel der Nashornkäfer, der Balkenschröter, der Eremit, der Sägebock oder auch der Lederlaufkäfer. Im Zweifelsfall wird von Seiten der TLUG Unterstützung angeboten, aber vor allem um Fotos beziehungsweise Detailinformationen zu den Beobachtungen gebeten, da nur sichere Nachweise brauchbar sind.

Hirschkäfermeldebogen, Artensteckbrief und weitere Informationen gibt's unter www.NABU-Thueringen.de (https://thueringen.nabu.de/tiere-und-pflanzen/akti...) oder www.tlug-jena.de (http://www.thueringen.de/th8/tlug/umweltthemen/nat...)

Seit Mai 2016 besteht erstmals die Möglichkeit, direkt aus dem Gelände Funde des Hirschkäfers an die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie zu melden! Ermöglicht wird dies mit der Umwelt-App, mit der man auch Angaben zu Schutzgebieten und Biotopen der Umgebung erhalten kann. Diese enthält eine Funktion "Melden": http://www.tlug-jena.de/meine-umwelt/01.html#sm02
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