Da blutet das Herz des Kleingärtners

  Ich möchte eine Geschichte erzählen und ggf. um Mithilfe bei der Identifizierung eines uns unbekannten Käfers bitten.
Als wir unseren Kleingarten in der Kleingartenanlage "Am Ringelberg" e. V. in Erfurt 1987 übernahmen, stand u. a. ein stattlicher Birnenbaum, die "Gute Luise" darin. Viele Jahre hatten wir eine gute Ernte, bis der Baum eines Tages so stark von "Birnengitterrost" befallen war. Der ständige Blattbefall und die alljährlich bereits im Frühsommer herunterfallenden kleinen Birnenansätze, ließen uns nach mehrjähriger Befallsbekämpfung letztendlich zu den Entschluss kommen, den Baum zu entsorgen.
2004 machte sich mein Mann ans Werk und gestaltete den Birnbaum in unseren "Holzmichel" um. So blieb der Baum noch an seinem Platz und wurde zum Wahrzeichen unseres Gartens. Auch die Meisen hatten ihr neues Zuhause gut angenommen.
Alles war gut, bis wir im Sommer 2011 auf kleine unerklärliche Sägespanhäufchen um den Baumstamm herum aufmerksam wurden.
Kurze Zeit später fielen uns große, schwarze, fliegende Käfer auf, deren Flugziel immer unser "Holzmichel" war. Plötzlich stellten wir fest, dass sie sich an verschiedenen Stellen in den langsam morscher werdenden Baumstamm bohrten und die Verursacher der Sägespanhäufchen waren. So etwas hatten wir noch nicht gesehen!
Nachdem wir einige Exemplare gefangen und fotografiert hatten, haben wir die Fotos dem NABU zugesandt, mit der Bitte, uns bei der Identifizierung der Käfer zu helfen. Leider haben wir bis heute keine Antwort erhalten.
So ist die Zeit verstrichen. In jedem Frühsommer / Sommer waren diese Käfer wieder da und bearbeiteten unseren "Holzmichel".
Viele Maßnahmen, sie bei ihrer zerstörerischen Arbeit zu bremsen, blieben erfolglos. Das führte dazu, dass zur Erhaltung des Stammes dieser rundherum stabilisiert werden musste.
Im Herbst 2013 glaubten wir noch, die Plage wäre vorbei. Aber alles hatte nichts geholfen. Seit 2013 haben auch die Meisen den Nistkasten nicht mehr angenommen; ggf. gibt es da auch einen Zusammenhang zu diesen Käfern.
Anfang Juli 2014 war es dann so weit, der Baum war total unter- bzw. ausgehöhlt. Wir wurden der Käferplage nicht mehr Herr.
Der Baumstamm musste aus dem Erdreich weichen. Das Holz war total morsch. Zur Zeit steht der Stamm erst einmal gekürzt auf "Füßen" und auf Betonplatten; das angegriffene Holz wurde verbrannt.
Was kam beim Stammschnitt alles zum Vorschein; die Käfer hatten sich viele Gänge im Stamm gefressen, in denen ihre Käferlarven deutlich zu sehen sind. Wir hätten sicher noch lange Käfer fangen können und wären ihrer nicht Herr geworden. Noch wissen wir nicht, ob sich im "Rest-Michel" noch weitere Käfer bzw. Larven verbergen.
Schade ist auch, dass wir bis heute nicht wissen, um was für einen Käfer es sich handelt; ist er für totes Holz im Garten gefährlich?
Deshalb füge ich ein paar Fotos bei, die vielleicht zur Aufklärung beitragen könnten.
Da ich noch mehrere Holzfiguren im Garten stehen habe, ist es leicht möglich, dass sich der Käfer auch an anderen alten Hölzern zu schaffen machen könnte.
Da blutet das Herz des Kleingärtners ein zweites Mal.
Zum 1. Mal, als der Birnbaum in seiner eigentlichen Funktion nicht mehr zu retten war und nun wohl auch nicht mehr als Zierde dem Garten erhalten werden wird.
2
2
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Lesen Sie auch die Bildkommentare zum Beitrag
5 Kommentare
7
Thomas Grimm aus Erfurt | 16.07.2014 | 21:21  
70
Gisela Wieczorek aus Erfurt | 16.07.2014 | 22:49  
3.760
Annett Deistung (HarzWusel) aus Nordhausen | 22.07.2014 | 19:26  
70
Gisela Wieczorek aus Erfurt | 23.07.2014 | 21:51  
7
Thomas Grimm aus Erfurt | 24.07.2014 | 19:11  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige