Die Falken sind zurück: Tierischer Nachwuchs in der Regelschule Urbich

Beobachtung im Schulhaus: Auf dem Monitor im Lichthof verfolgen Natalie Holzhaus und Tina Jüngel was sich im Nest tut.
Als Mitte April wieder der vertraute Ruf "Ti-ti-ti" über den Schulhof schallt, kommt große Freude bei den Schülern der Regelschule Urbich auf: Die Turmfalken sind zurückgekehrt, um ein weiteres Mal im Nistkasten auf dem Schulgelände zu brüten. Dieser Nistkasten ist 2008 im Rahmen des Projektes "Artenvielfalt auf dem Schulhof" in den hohen Pappeln am Rande des Schulgeländes angebracht worden. 2011 brüteten darin erstmals Turmfalken.

"Mit Hilfe einer Kamera und eines Fernsehers im Lichthof konnten die Schüler das Brutgeschehen live mitverfolgen", sagt Biologielehrerin Yulia Gehl. "Durch die aktive Einbindung haben die Schüler einen ganz besonderen Bezug zu ihren Turmfalken bekommen." Die Lehrerin ist sich ziemlich sicher, dass die Turmfalken vom vergangenen Jahr wieder zum Brüten hierher zurückgekehrt sind. "Der männliche Falke sorgt für den Brutplatz, wählt ihn für seine Partnerin aus und bleibt ihm auch über Jahre treu."

Die Schüler erleben momentan wieder eine spannende Zeit, erhalten über den Monitor Einblicke in das Leben der Greifvögel. "Unbeobachtet von uns allen hat das Weibchen am 1. Mai fünf Eier gelegt", erzählt Yulia Gehl. "Während der Brutzeit war zu sehen, wie sie auf den Eiern sitzt, schläft, sich putzt, ab und an die Eier dreht. Nahrung brachte das Männchen vorbei."
Am Donnerstag früh war es dann soweit, alle fünf Kücken schlüpften aus den Eiern. Seitdem liegen die Kleinen zusammengekuschelt im Nest und warten auf Nahrung, die beide Elternteile heranschaffen. Meist sind es Mäuse.

Mit ihren Schülern beschäftigt sich Yulia Gehl im Fach Biologie intensiv mit dem Leben der Turmfalken. Dafür gibt es für jede Klassenstufe sogar eine eigene Unterrichtsstsunde. "Ich möchte die Schüler dazu animieren, jetzt ein Tagebuch zu führen und ihre Beobachtungen einzutragen", sagt die Lehrerin. Etwa drei bis vier Wochen wird die Turmfalken-Kinderstube im Nistkasten zu beobachtet sein. "Es ist schon erstaunlich zu sehen, wie schnell diese schon eine Maus im Ganzen hinunter würgen können." Danach werden die Kücken flügge, sitzen auf den umliegenden Bäumen und warten dort gespannt auf Nahrung. "Da sie dann sehr hoch in den Bäumen sitzen, sind sie für uns nur noch schwer zu sehen." Etwa bis Ende Juli werden die Kücken von den Eltern umsorgt - dann beginnt für sie schon ein eigenständiges Leben.

Die Regelschule Urbich ist die erste Erfurter Schule, die ein Turmfalken-Pärchen beherbergt. Da Grund- und Regelschule in einem Gebäude untergebracht sind, können auch die Kleinen schon viel über die imposanten Greifvögel lernen.
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