Geliebte Fledermaus

Anita Giermann und Martin Hellmann engagieren sich für den Fledermausschutz.
Endlich, endlich wird es Frühling. „In diesen Wochen erwachen die Fledermäuse aus dem Winterschlaf.“ Anita Giermann kann es kaum erwarten, die winzigen Säugetiere bald wieder umherflattern zu sehen. „Es ist einfach Wahnsinn, wenn man sich an einem Sommerabend hinstellt, vielleicht in einem Dorf in Kirchennähe, und ganz bewusst darauf achtet, was da über einem so alles hin und her flitzt“, zeigt sich die Biologin immer wieder begeistert von den kleinen Flugtieren.
 Martin Hellmann nickt. Auch er hat ein großes Faible für Fledermäuse. Beide sind sie für die Stiftung Fledermaus tätig. Diese ist in Erfurt ansässig und widmet sich der Erforschung und dem Schutz der stark vom Aussterben bedrohten Fledermausarten in Thüringen und in Deutschland.

Der Sitz der Stiftung ist gut gewählt, kommen doch in Thüringen besonders viele der Flugsäuger vor, mehr als in anderen Bundesländern. Alle Fledermausarten, die es in der Region gibt, sind bedroht, wissen die beiden Experten. Vor allem die „Kleine Hufeisennase“ benötige besonders viel Aufmerksamkeit. „In Thüringen gibt es davon zum Glück eine recht große Population, doch die ist sehr bedroht“, sagt Martin Hellmann. Nicht zuletzt durch Menschen. Moderne Schatzsucher etwa, die beim „Geocaching“ alte Ruinen durchforsten und dabei die Fledermäuse aus ihrem Winterschlaf wecken. Geschieht das, hat das Tier so gut wie keine Überlebenschance. Die Stiftung und vor allem die vielen ehrenamtlichen Helfer, die sich in der „Interessengemeinschaft für Fledermausschutz“ engagieren, versuchen zu helfen. „Gerade in der kalten Jahreszeit sind wir viel unterwegs und sichern Gebäude, damit das nicht passiert“, erklärt Anita Giermann das Engagement in den Wintermonaten.

Im Sommer dann sind die Fledermausfreunde ganz nah dran an ihren geliebten Flattertieren. Da werden die Bestände gezählt und erfasst, einzelne Tiere vermessen und öffentliche Veranstaltungen organisiert, um möglichst viele für den Schutz der Fledermäuse zu sensibilisieren.

 Es ist gar nicht so schwer, sich fledermausfreundlich zu verhalten. Hausbesitzer können bestimmte Dachbereiche für die kleinen Besucher zugänglich machen. Oder sie können bei einer Sanierung darauf achten, dass eventuelle Fledermausquartiere erhalten bleiben und für die Tiere weiterhin erreichbar sind.


WISSENSWERTES:
• Weltweit gibt es 900 Fledermausarten.
• In Deutschland leben 23 Fledermausarten, 20 davon gelten als stark bedroht, 17 werden auf der Roten Liste Deutschlands geführt.
• Durch ihre Echoortung entwickelten sich Fledermäuse zu wahren Insektenvernichtern. Eine Wasserfledermaus zum Beispiel frisst 4000 Mücken pro Nacht.
• Die meisten Arten ernähren sich von Insekten, größere fressen auch kleinere Säugetiere, kleinere Zugvögel, Frösche und Fische.
• In Thüringen steht beim Artenschutz die in Deutschland fast ausgestorbene „Kleine Hufeisennase“ im Vordergrund.
• Die meisten Fledermausarten bringen nur einmal im Jahr ein einzelnes Jungtier zur Welt.
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