Horror-Kurz-Geschichte: Keine Strafe für den Mörder. Warum bloß nicht?

Nach der Tat, keine Überlebenden. (Foto: Luise Schneider)
Erfurt: Stadtzentrum |

Tief zufrieden blickte A. auf seine Hände.

Blutrot färbte sich auch die letzte Pore seiner Haut. Sein Werk war vollbracht. Fast bis zum Ellenbogen reichten die Spritzer. Kein einziges seiner Opfer war verschont geblieben. Ein ganzes Jahr hatte A. auf diesen Moment gewartet. Wieder und wieder hatte er in seinem Kopf durchgespielt, was er heute zuende gebracht hatte.

Schon am Nachmittag hat A. sich eine Leiter besorgt, schlich sich lautlos in die Nähe seiner Opfer. Kaltblütig entriss er sie ihrer sicheren Umgebung. Kein Schrei war zu hören, er war zu schnell. Manchen quoll bereits jetzt das Fleisch aus den Wunden. Der blutrote Saft tropfte von den langen und dünnen Fingern.

Sorgsam stapelte A. eins ums andere, hüllte sie in Plastik, während dicke rote Tropfen hervorschossen. Keine einzige hat je eine Chance gehabt, zu entkommen. Als er ankam, wohin er mit ihnen floh, ließen die pupurnen Flecken auf den kahlen, kalten, weißen Fliesen ahnen, was geschehen war.

Es war ein Massaker, keine kam ungeschoren davon. A. begann, ihnen ihr Innerstes zu entreißen. Stunden dauerte das. Er ließ sich Zeit, genoss den Anblick, um sie dann in einem Topf aufzukochen, mit Gelierzucker und duftender Vanille.

Es waren die ersten. Die ersten Sauerkirschen der Saison und wie Hannibal Lector würde er es zelebrieren, sie zu verspeisen, nachdem sie zu tiefroter Marmelade geworden sind.
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