Jäger auf leisen Sohlen: Neue Ausstellung im Naturkundemuseum widmet sich den Katzen

Ulrich Scheidt Aug' in Aug' mit einem Sibirischen Tiger

Erfurt. Im Naturkundemuseum widmet sich bis zum 16. November eine neue Sonderausstellung den faszinierenden Katzen, vom Stubentiger bis hin zum Sibrischen Tiger.

Katzen sind nicht die einzigen Tiere, die Ulrich Scheidts Aufmerksamkeit erregen. Aber sie findet er besonders faszinierend. Vor allem, seit sich der Biologe intensiv mit ihnen befasst, er ist Kurator der neuen Sonderausstellung „Jäger auf leisen Sohlen - Faszination Katze“ im Naturkundemuseum.

Von besonderem Wesen



Nicht nur die fein ausgeprägten Sinnesorgane oder die ausgereiften Beiß- und Greifwerkzeuge sorgen für Begeisterung, sondern auch das Wesen der kleinen bis großen Raubtiere. In seiner vierjährigen intensiven Vorbereitungszeit auf die Ausstellung stieß Ulrich Scheidt zum Beispiel auf einen Bericht über einen Tiger, der angeschossen wurde. Zwei Jahre lang verfolgte er seinen Peiniger, um Rache zu nehmen. „So etwas ist sehr überraschend“, zeigt sich der Biologe erstaunt und freut sich, dass im Thüringer Hainich die Wildkatzen jahrhundertelande Verfolgung überstanden haben. Auch Luchse werden in Thüringen immer häufiger gesichtet.

Katzen (beinahe) auf der ganzen Welt



40 verschiedene Arten von Katzen - vom Stuben- bis zum Sibrischen Tiger - haben längst fast alle Kontinente erobert. 22 von ihnen (mit etwa 30 Exponaten) zeigt die Ausstellung. Die Hälfte der Exponate ist hauseigen, andere sind Leihgaben. „Schade, dass wir kein Exemplar vom Iberischen Luchs auftreiben konnten, der seltensten Katze der Welt“, bedauert Ulrich Scheidt. Dafür aber ist mit der Sandkatze eine der kleinsten und mit dem Sibrischen Tiger die größte Art in der Ausstellung vertreten. Dazu gibt es Informationen über die Lebensräume der einzelnen Samtpfötler, über Eigentümlichkeiten der Arten und wie sie sich von anderen unterscheiden, über Körperbau und Verhalten. Modelle gewähren nie gesehene Einblicke und zeigen zum Beispiel, wie ausgeklügelt ein Katzengebiss funktioniert.
Ein anderer Teil der Ausstellung erzählt davon, wie sich die Katze dem Menschen anschloss. Im alten Ägypten etwa wurde sie als Gottheit verehrt.

Schlaue Katzen



Ein wenig schmunzelt Ulrich Scheidt, wenn er davon erzählt, wie besonders schlau Katzen seien. Ganz bewusst haben sie sich den Menschen genähert. Nicht der Mensch hat das Tier zu seinem Gefährten erwählt. „Sie kam freiwillig aufs Sofa.“ Der Biologe weiß, wovon er redet. Vor ein paar Tagen erst ist ihm eine Katze zugelaufen. Seitdem, so scheint es, ist sie beim ihm zu Hause. Sie spürt wohl, dass er sich mit den Samtpfoten besonders gut auskennt.

INFO:



Die Ausstellung ist bis zum 16. November zu sehen. In den Sommerferien widmen sich mehrere Extra-Angebote für Ferienkinder der Ausstellung. Weitere Informationen: www.naturkundemuseum-erfurt.de, 0361/6555680.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
2 Kommentare
295
Wolfram Treydte aus Erfurt | 23.07.2014 | 11:14  
Helke Floeckner aus Erfurt | 14.08.2014 | 15:19  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige