Tierischer Baumeister: Der Biber ist zurück in Thüringen

Thomas Wiechmann mit dem Plüsch-Maskottchen, das in Thüringen hergestellt wird. Foto: Heyder

„In der Werra bibert es …“ Ein Projekt soll mit dem Störenfried-Image des Nagers aufräumen


Thomas Wiechmann und Stephanie Hellmann kämpfen an zwei Fronten. Aber für ein Ziel. Den Biber, diesen tierischen Baumeister, in Thüringen dauerhaft heimisch werden zu lassen. Erreichen wollen sie das durch Aufklärung bei jungen Menschen. Denn Wiechmann ist sich sicher: „die Schüler sind die Entscheidungsträger von morgen“. Nur so könne man dafür sorgen, dass der Biber dauerhaft eine Chance bekomme, nachdem er Jahrzehnte aus Thüringen verschwunden war. Pelz- und Nahrungsmittelindustrie waren ihm zu Leibe gerückt, so sehr, dass er nirgends mehr zu finden war.

Neben den Schülern als Adressaten richtet sich ihr Projekt „Lebensraum Wasser – der Biber an der Werra“ auch an Lehrer. Denn den Nager kennen viele Schüler nur als Maskottchen einer Baumarktkette oder aus einer Zahnpastawerbung. Aus dem Zoo oder aus Büchern. Seine Bauwerke sind fast verschwunden. In rund fünf bis 15 Jahren könnte das anders sein.

Dass der Biber nicht nur Freunde dank seiner eifrigen Bautätigkeit hat, besonders bei Landwirten mit Wassergrundstücken ist er unbeliebt, ist einer der Gründe für die Notwendigkeit ihrer ehrenamtlichen Arbeit. „Mit seinen Bauten schafft der Biber Lebensräume für andere Tiere und trägt damit auch zur Erhaltung der Artenvielfalt bei. Außerdem finde ich, dass er das vorrangige Recht auf diesen Lebensraum hat.“ Eins bis fünf Kilometer am Fluss entlang benötigt eine Biberfamilie als ihr Revier. Unterhöhlungen durch Biberhöhlen im Uferbereich sind gefährlich, Landwirte mit angrenzenden Feldern sollten das wissen, meint. Große und schwere Traktoren sollten jedenfalls nicht in Ufernähe entlang fahren, wenn Biber dort ansässig sind.

„In Teilen Thüringens, beispielsweise entlang der Werra, hat sich der Biber wieder angesiedelt. Seine Spuren sind eindeutig zu erkennen“, erklärt Wiechmann, der dabei beispielsweise auf die Gegend nahe des Örtchens Creuzburg verweist. Dort konnte er die örtliche Schule schon begeistern. Aber auch in anderen Teilen Thüringnes sind die beiden Biber-Fans schon im Namen des Nagers eingerückt. „Das kostet viel Zeit, aber das Prjekt ist uns ans Herz gewachsen. Der Aufwand lohnt sich“, zeigt er sich überzeugt. Damit die Sache nicht zu langweilig wird, bringen die beiden allerhand Anschauungsmaterial mit, ein Biber-Puppe ist in Arbeit und wird natürlich in der Region und nicht etwas in China gefertigt. „Wir haben ein Schlauchboot, das groß genug für die ganze Klasse ist. Dort setzten wir die Schüler hinein, zeigen einen Film der sie mit nimmt auf die Reise.


Kontakt: werra-biber@gmx.de


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