Wespen haben Hochkonjunktur und lieben es kühl im Nest

Eine Wespe schwimmt in einem Glas. (Foto: Nabu Thüringen)

Der NABU Thüringen bittet Rücksicht und Verständnis auch für unangenehme Mitbewohner!

Jetzt im Sommer haben Wespen Hochkonjunktur. Sie fliegen ums Küchenbuffet, fallen ins offene Saftglas oder laben sich an einen aufgeschnittenen Apfel. „In der Regel kann man mit allen Wespenarten ohne Stress leben“, sagt Rainer Hanke, der Wespenbeauftragte des NABU Thüringen. „Normalerweise reagieren Wespen bei ihrer Nahrungssuche nicht aggressiv. Es sei denn, man schlägt nach ihnen, pustet sie an oder fuchtelt nur einfach wild mit den Händen herum!“

Normales Jahr für Wespen
Nach seiner Einschätzung ist dieses Jahr ein normales Jahr für Wespen. „Allerdings macht den Tieren die große Hitze zu schaffen, wenn die Sonne direkt auf die Nester scheint“, weiß Hanke zu berichten. „Man kann das daran erkennen, wenn einige Wespen um das Einflugloch sitzen und mit ihren Flügeln kühlende Luft in das Nestinnere fächeln.“ Weitere Kühlung versuchen sich die Wespen mit dem Versprühen von kleinen Wassermengen zu verschaffen.

Nicht pusten oder schlagen
So richtig wahr nimmt man Wespen erst im Hochsommer, wenn die Völker schon eine gewisse Stärke erreicht haben. Auf der Suche nach Nahrung für sich und ihre Brut fliegen sie dann auch schon mal unsere Lebensmittel an. Besonders penetrant können die Gemeine- und die Deutsche Wespe werden. Doch wenn man ein paar Tipps beachtet kann man mit allen Wespenarten in Frieden auskommen. So ist es ratsam, süße Speisen und Getränke im Freien abzudecken und Kindern nach dem Verzehr von Speisen den Mund und die Finger abzuwischen. „Am aller wichtigsten ist es allerdings, nicht nach den Wespen zu schlagen oder sie wegzupusten“, mahnt Hanke. Außerdem sollte man Barfußlaufen auf Wiesen mit Fallobst vermeiden und sparsam mit Parfüm und anderen duftenden Stoffe umgehen.

In Ruhe eine Party feiern
Wer die ungeliebten Tischgäste zum Beispiel von seiner Party im Garten fernhalten möchte, der kann es auch gerne mit einer Ablenkfütterung probieren. Überreife Weintrauben sind dazu bestens geeignet. Die Trauben fünf bis zehn Meter vom Ort des eigentlichen Geschehens entfernt aufgestellt, halten Wespen fern. Ungeeignet für das Ablenken sind dagegen unverdünnte Marmeladen oder reiner Honig. Deren süße Substanzen wirken weniger gut und können die Tiere sogar aggressiv machen. Begonnen mit der Ablenkfütterung sollte möglichst schon vor den Feierlichkeiten. „Haben die Tiere erst mal die Vorzüge von Kuchen entdeckt, sind sie schlecht umzustimmen und die ‚Mund- zu Mundpropaganda‘ im Wespenstaat funktioniert vorzüglich“, erzählt Rainer Hanke. Wenn man trotz aller Vorsicht doch einmal gestochen wird, sollte der Stich schnell gekühlt und bei Allergieverdacht sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Naturfreunde nehmen Rücksicht
Auch Wespennester am Haus stoßen bei Hausbesitzern oft auf Ratlosigkeit und es ist gut, mit der Entfernung des Wespennestes zu warten, bis das Wespenvolk im Herbst abstirbt. Aber normalerweise besiedeln die Tiere das Nest im nächsten Jahr ohnehin nicht wieder. Hanke empfiehlt, die Nester noch über den Winter hängen zu lassen, damit nützliche Insekten darin überwintern können. Nester von geschützten Arten dürfen nur in Ausnahmefällen umgesiedelt werden. „Den wahren Naturfreund erkennt man daran, dass er auch bereit ist, Rücksicht zu nehmen und kleine Opfer zu bringen. Ein niedliches Häschen zu streicheln ist keine Heldentat!“, sagt der Wespenfreund.
Aber Hände weg von "bewährten Hausmitteln" und Tipps von "guten Freunden"! Für solche Arbeiten sind Fachleute mit einem entsprechenden Sachkundenachweis die geeigneten Ratgeber. Eine Liste zu Fachleuten in Thüringen und weitere Informationen zum Thema Wespen finden sich unter www.NABU-Thueringen.de. Beraten können aber auch die Unteren Naturschutzbehörden.

Interessante Praxistipps im Umgang mit Wespen liefert die Broschüre „Bienen, Wespen und Hornissen – Kein Grund zur Panik“. Die Broschüre erhalten Sie gegen Einsendung eines Unkostenbeitrages von 3,00 Euro (inkl. Porto) beim NABU Thüringen in Leutra 15, 07751 Jena, Tel.: 03641/60 57 04.
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